Auch WM-Organisationschef Franz Beckenbauer begrüßte die Wahl, die von der Technischen Studiengruppe der FIFA unter der Leitung von Beckenbauers einstigem Assistenztrainer Holger Osieck vorgenommen wurde. «Das ist die richtige Wahl. Während Klose abgefallen ist, hat er voll durchgezogen bis zum Schluss», sagte Bayern-Präsident Beckenbauer über Podolski, der für 10,5 Millionen Euro zur neuen Saison vom 1. FC Köln zum Rekordmeister nach München wechselt und in bisher 31 Länderspielen schon 15 Treffer erzielt hat. Sein Debüt feierte er unter Rudi Völler am 6. Juni beim 0:2 gegen Ungarn mit dem damaligen Nationaltrainer Lothar Matthäus. «Podolski ist noch ein Straßenfußballer, dem man den Spaß ansieht», sagte Matthäus als Sprecher von Sponsor Gillette. Er bedauerte, dass der vor der WM verletzte Rooney und der wenig eingesetzte Argentinier Lionel Messi nicht mehr hätten zeigen können. Die Fans hatten Podolski via WM-Homepage nur auf Rang vier gewählt. Luis Valencia aus Ecuador war in den vergangenen Tagen am lange deutlich führenden Ronaldo vorbei gezogen, Messi wurde Dritter. Die FIFA bestritt, dass es eine Kampagne in England gegeben habe, in der zur Wahl Valencias aufgerufen wurde. Englische Fans verübeln Ronaldo, dass er im Viertelfinale Rot für seinen Teamkollegen Wayne Rooney (Manchester United) gefordert haben soll. Die FIFA-Studiengruppe nominierte auch noch den in Leverkusen spielenden Schweizer Tranquillo Barnetta und den Spanier Cesc Fábregas. Osieck unterstrich: «Die Auszeichnung ist nicht dem talentiertesten Spieler zugekommen, sondern dem, der die beste Leistung gezeigt hat.» Podolski habe 565 von 600 möglichen Minuten gespielt, drei Tore erzielt und im Elfmeterschießen gegen Argentinien getroffen. Ronaldo sei nur 394 Minuten zum Einsatz gekommen und habe lediglich ein Strafstoß-Tor sowie den entscheidenden Elfmeter gegen England zu verbuchen. Osieck unterstrich: «Die Fakten sprechen eindeutig für Podolski.»
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