Totti, Zidane - Das Finale der schönen Männer
Berlin (dpa) - 06.07.2006, 13:20 Uhr
Blasi, Cannavaro, Gattuso, Pirlo und Zambrotta sind Unterwäschemodels.
Feurig der Blick, Tattoos, knackige Muskelpakete und die Körper eingeölt wie am Strand von Rimini: In der Disziplin «In Unterhose vor der Kamera posieren» sind die Italiener bereits Weltmeister, wie auf den verrucht-schwülen Plakaten des Modelabels Dolce & Gabbana zu sehen ist. Nicht nur die Männer der «Squadra Azzurra» legen mittlerweile Wert auf ihr Äußeres. «Früher galten gepflegte Fußballer noch als Homos», hat der italienische Modeschöpfer Domenico Dolce im «Welt am Sonntag»- Interview festgestellt. Heute ist das anders. Als Pionier in Sachen Stil und Schönheit gilt David Beckham. Dieser hat sich wie Schwedens Sexsymbol Fredrik Ljungberg, Hollands Frauenliebling Rafael van der Vaart und Paraguays Posterboy Roque Santa Cruz aus dem Turnier verabschiedet. Auch die Brasilianer mit ihrem ganz eigenen Charme - Ronaldinho lässt sich in einem Werbespot sogar Zöpfe flechten - sind schon wieder heimgereist. Nun richten sich die Hoffnungen derjenigen, die sich besonders auf den Trikottausch nach dem Spiel freuen, auf die zwei Finalisten Italien und Frankreich sowie die Anwärter auf Platz 3, Portugal und Deutschland.
Mannsbilder gibt es auf dem Platz genug. Mit dem Attribut «markant» kann man Portugals Kapitän Luis Figo und seinen französischen Kollegen Zinedine Zidane versehen. Italiens Star Francesco Totti, vom «Stern» als «typischer Vorstadtstrizzi» tituliert, hat beim Hemdenwechsel sogar einmal die Hose gleich mit abgelegt. Es ist aber fraglich, ob er das bei seinem möglichen Abschied von der WM-Bühne wiederholt. Der junge Portugiese Cristiano Ronaldo, ein Liebling der Schwulenszene, dürfte mit seinem gestählten Oberkörper wieder viele Blicke auf sich ziehen. Lieblinge der Fans im Gastgeberland werden aber die Jungs aus dem Klinsmann-Lager bleiben. Eine bunt gemischte Truppe: Vom noch jungenhaften Philipp Lahm über den Semi-Irokesenträger Bastian Schweinsteiger bis zu Torsten Frings, der in seiner Freizeit manchmal aussah wie der Rapper 50 Cent. Unvergessen werden nicht nur den weiblichen Zuschauern die Bilder bleiben, wie Michael Ballack und David Odonkor mit zitternder Unterlippe und rotgeweinten Augen mit der Niederlage gegen Italien kämpften. Viele Deutsche haben die Nationalelf ins Herz geschlossen: Auch wenn die meisten Spieler keine Models sind und statt für Dolce & Gabbana für Bifi und Nutella werben.
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