Italien im Freudentaumel - Autokorsos in Städten
Rom (dpa) - 05.07.2006, 00:47 Uhr
Bereits vor dem Anpfiff strömten die Fans in Rom in Scharen zusammen.
Freudentaumel in italienischer Nacht: Nach der Zitterpartie und dem 2:0-Sieg nach Verlängerung gegen Deutschland brach von Mailand bis Palermo der Jubel der glücklichen Sieger aus. In vielen Städten fuhren die Tifosi mit ihren Autos wild hupend durch die Straßen. In Mailand verwandelten rund 50 000 Fans den Domplatz in ein Fahnenmeer, in Rom zog ein Autokorso vom Kolosseum zum Piazza Venezia. «Wir haben es geschafft, es ist ein unbeschreibliches Gefühl, es sind unbeschreibliche Szenen», meinte eine junge Römerin. «Das kann den italienischen Fußball retten», sagte ein TV-Kommentator mit Blick auf den italienischen Fußball-Skandal. Tatsächlich hatten nur Stunden vor dem Anpfiff in Dortmund das Sportgericht in Rom den Zwangsabstieg für die Spitzen-Clubs Juventus Turin, AC Mailand, AC Florenz und Lazio Rom gefordert. «Jetzt beginnt das große Fest», meinte ein TV-Kommentator.
Ganz Rom schien nach der Zitterpartie auf den Beinen, Tifosi umarmten sich, tanzten auf den Plätzen, warfen Feuerwerkskörper. «Es ist eine unglaubliche Freude, eine unglaubliche Euphorie»», schwärmte ein deutscher Tourist in der Nähe des Kolosseums. Zehntausende Tifosi hatten das Spiel auf dem Zirkus Maximus in Rom verfolgt - wo im antiken Rom Wagenrennen und andere Wettkämpfe ausgetragen wurden. «Jetzt werden wir Weltmeister», jubelte ein Tifoso. «Das war auch die berühmte italienische Mauer, die uns geholfen hat», meinte der Fan mit Blick auf die kompakte Abwehr der Italiener. «Das war die schwerste Partie in der ganzen WM für uns», sagte eine junge Römerin euphorisch in einer Bar in der Nähe der Piazza Navona, wo ebenfalls gefeiert wurde.
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