Notizen von der Fußball-WM
03.07.2006, 15:23 Uhr
Thomas Doll hält felsenfest zu Deutschland.
EHEKRACH: Trainer Thomas Doll vom Hamburger SV fürchtet bei der WM-Halbfinalpaarung Deutschland gegen Italien um seinen Hausfrieden. Seine italienische Lebensgefährtin Roberta habe sich bereits ein Italien-Trikot gekauft, er halte trotz seiner Zeit in Lazio Rom felsenfest zu Deutschland. «Ich habe jetzt schon Stress zu Hause, aber ich bin sicher, dass ich am Ende jubeln werde», sagte der Coach beim HSV-Trainingsauftakt. «Es wird ein Geduldsspiel gegen Italien. Aber mit der Euphorie und physischer Stärke werden wir sie schlagen, immerhin haben wir ein Heimspiel», zeigte sich Doll überzeugt. Er will die Partie live in Dortmund verfolgen. UMWELTWELTMEISTER: UN-Umweltchef Achim Steiner hat Deutschland vor dem Finale schon mal den Titel «Umweltweltmeister» verliehen. Der in Nairobi residierende Chef der UNEP lobte in der «Berliner Zeitung», dass alle Ziele und Vorgaben der Organisatoren für eine umweltschonende, «grüne» WM erreicht und teilweise sogar überboten worden seien. So hätten 55 Prozent statt der erwarteten 50 Prozent aller 3,2 Millionen Zuschauer die Spiele in öffentlichen Verkehrsmitteln angesteuert. «Es gibt sogar Bilder von leeren Parkplätzen», sagte Steiner. Keine Großveranstaltung auf der Welt habe jemals zuvor so erfolgreich Schadstoffemissionen und Müll vermeiden können.
BESONDERE LUFT: Wer für das Halbfinalspiel Deutschland-Italien keine Tickets hat, aber trotzdem Dortmunder Stadionluft schnuppern will, kann nun zur Dose greifen. «Original Stadionluft» aus der Dortmunder Fußballarena verkauft eine Bochumer Firma in einer Dose mit Aufreißdeckel. Der Verkauf der 25 000 Dosen begann bereits zum WM-Start. Die Luft hat Firmenmitinhaber Thomas Gerres vor der WM mit einem Kompressor im Dortmunder Stadion in eine Gasflasche gezwängt. Eine Spezialfirma füllte sie dann in die Dosen um, wie Gerres am Montag berichtete. EIN SCHÖNER WM-RÜCKEN: «Die spannenden Spiele finden hinter meinem Rücken statt», sagt Michael Schiwon aus Frankfurt über seine WM- Erlebnisse. Der 29-Jährige gehört zu den 50 bis 100 Ordnern in jedem WM-Stadion, die das ganze Spiel über ihren Blick starr in Richtung Zuschauer halten müssen, um etwaige Flitzer oder andere Störer aufzuhalten. Dass er absolut nichts von Toren und anderen Ereignissen auf dem Platz mitbekommt, nimmt der Ordner gelassen hin: «Mir ging es darum, irgendwie bei der WM dabei zu sein.» Allerdings hat er Einsätze bei den Spielen der deutschen Gastgeber sorgsam gemieden: «Die gucke ich mir lieber gemütlich im Fernsehen an.» |