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Beim Fußball ist Schumacher kein Ferraristi

Indianapolis (dpa) - 02.07.2006, 10:21 Uhr

Michael Schumacher zieht ab.
Michael Schumacher zieht ab.

Den WM-Klassiker zwischen Deutschland und Italien wird Michael Schumacher daheim in Vufflens verfolgen. Denn schon am 4. Juli stehen für den Rekord-Weltmeister die nächsten Testfahrten an.

Deshalb muss sich der Ferrari-Star nach dem Nordamerika-Ausflug der Formel 1 erst einmal bei der Familie in der Schweiz erholen. Doch für das Final-Wochenende hat er sich schon Karten besorgt. Obwohl der Kerpener dank seiner Erfolge für und mit dem Traditions-Rennstall aus Maranello in Italien schon fast eingebürgert ist, hört die Freundschaft beim Fußball auf. «Beim Halbfinale werden beide Herzen in meiner Brust schlagen; naja, das deutsche aber dann doch ein bisschen mehr. Ich drücke unserer Mannschaft alle Daumen, die ich habe. Möglich ist von jetzt an alles.»

Ralf Schumacher liebäugelt mit einem Trip nach Dortmund. «Meine Frau will unbedingt hin. Aber ich weiß nicht, ob das so traumhaft ist mit der An- und Abreise. Wir haben daheim einen extra großen Fernseher», wirbt der in der Nähe von Salzburg lebende Toyota-Pilot für ein Heimspiel. Nach den beiden Rennen in Kanada und den USA kehrt ein Großteil der Formel-1-Hauptdarsteller schon am 3. Juli nach Europa zurück.

Auch für Neuling Nico Rosberg ist nach den Strapazen «erst einmal Erholung angesagt». Der Williams-Jungstar ist einer jener glücklichen Zeitgenossen, die dank der Sponsoren problemlos an eine Karte für den Fußball-Klassiker kommen. «Ich habe mich aber noch nicht entschieden, ob ich mir das im Stadion anschauen will. Ich habe nur vier Tage Zeit, um mich auszuruhen, da muss ich nicht noch eine Reise machen.»

BMW-Pilot Nick Heidfeld dagegen will unbedingt ins Westfalenstadion. «Das Spiel möchte ich gerne sehen. Ich werde versuchen, noch an Karten zu kommen», sagte «Quick Nick», der auf einen brasilianischen Sieg im Finale gegen Deutschland getippt hatte. Gerne unterwegs ist auch Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug, der zwischen den beiden Rennen nach Hause flog. In Indianapolis berichtete der Schwabe begeistert über die Stimmung der durch die Fußball-WM verwandelten Republik: «Für deutsche Verhältnisse ist das einzigartig.»


Vor allem Bundestrainer Klinsmann erhielt viel Lob - auch von Schumacher: «Man muss ganz klar sagen: Diejenigen, die da vorschnell Meinung gemacht haben, werden im Moment eines Besseren belehrt. Er macht das sehr gut.» Der Hobby-Fußballer hatte das schon vor dem Anpfiff geahnt. Zusammen mit seinem Sohn Mick besuchte der Formel-1-Star das DFB-Team sogar im Trainingslager am Genfer See. Schon da stellte er der Nationalelf ein gutes Zeugnis aus: «Die Stimmung war sehr positiv, sehr ausgeglichen, sehr motiviert, zielgerichtet, aber es war auch die nötige Lockerheit vorhanden.»

Zum Glück für Schumacher findet der US-Grand-Prix an einem spielfreien Tag der Fußball-WM statt. Der Elfmeter-Krimi gegen die Argentinier hatte ihm im Training doch arg zugesetzt: «Ich war aufgeregter als jemals im Auto, weil es so knapp war. Ich habe mir das Spiel sogar noch angeschaut, als ich schon im Auto saß, daher bin ich wohl auch gleich mal ins Kiesbett gefahren. Ich war noch zu sehr auf Gras gepolt und noch nicht wieder auf Asphalt.»

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