Tiefe Trauer bei den Engländern und Brasilianern, Jubel und Freude bei Portugiesen und Franzosen: Teils mit Tränen in den Augen verließen zehntausende englische Fans Gelsenkirchen nach der Niederlage ihrer Mannschaft gegen Portugal.
Ein friedliches Fußballfest erlebten die Fans auch am letzten WM-Spieltag in Frankfurt. Die Gäste aus Frankreich und Brasilien feierten gemeinsam; nach der 0:1-Niederlage war die Enttäuschung der Brasilianer allerdings groß. «So einen Ansturm wie heute hatten wir noch nie», berichtete Kurt Stroscher von der Touristik und Congress GmbH aus der Main-Arena. Dort hatten nach seinen Angaben erneut bis zu 80 000 Menschen die beiden Viertelfinale auf drei Riesen-Bildschirmen verfolgt.
Das unerwartete Aus bei der Fußball-WM in Deutschland hat Brasilien tief getroffen. In Rio de Janeiro und anderen Großstädten des südamerikanischen Landes herrschte nach dem Abpfiff Totenstille. Die öffentlichen Plätze, in denen sich Zehntausende versammelt hatten, um das Spiel zu verfolgen, leerten sich am späten Nachmittag in Sekundenschnelle. Das Fernsehen zeigte Bilder von Stadtzentren, wo inmitten der plötzlichen Leere einige wenige Menschen hemmungslos weinten.
Die Onlineausgabe der Zeitung «Estado de São Paulo» schrieb unterdessen von «einer der größten Tragödien des brasilianischen Fußballs». Die Mannschaft habe gegen Frankreich sehr schlecht gespielt. Der frühere Weltstar Falcão sparte als Kommentator des Fernsehsenders «Globo» nicht mit Kritik. Die «Seleção» sei überheblich gewesen, sagte er. Die Spieler des ausgeschiedenen Titelverteidigers gaben im brasilianischen Fernsehen zunächst keine Interviews.