Notizen von der Fußball-WM
01.07.2006, 16:22 Uhr
Ein Taxi fährt der deutschen National-Flagge durch Berlin.
FLAGGENGEFAHR: Deutschland-Fähnchen an Autofenstern können gefährlich sein. Nach einem Bericht der «Bild»-Zeitung kommt es vor, dass die Plastikstiele bei einem Tempo von über 120 Stundenkilometern brechen, so dass die Fähnchen wie Geschosse durch die Gegend fliegen. Die Autobahnpolizei in Kamen (Nordrhein- Westfalen) sammelte über 30 Flaggen auf der Überholspur und dem Grünstreifen auf. Bei Kontrollen ließen die Beamten von zahlreichen Fahrzeugen die schwarz-rot-goldenen Fähnchen entfernen. ABSAGE: Einzelne Angestellte der italienischen Fluggesellschaft Alitalia sind so fußballbegeistert, dass sie beim Spiel Italien gegen Ukraine nicht zum Dienst erschienen. Auf dem römischen Flughafen Fiumicino wurden kurz nach Beginn des WM-Viertelfinales fünf Flüge der Gesellschaft ohne Vorankündigung abgesagt. Die betroffenen Fluggäste protestierten wütend. Mit einer kleinlauten Erklärung warb Alitalia um Verständnis: Die Bordbesatzungen seien wegen der Fußballübertragung daheim vor dem Fernseher geblieben.
SEITENWECHSEL: Die Cricket-verrückten Inder werden bei der WM immer mehr zu Fußballfans. «Im Fernsehsessel mit der Fernbedienung in der einen und einem Bier in der anderen Hand - So sieht es in den Wohnstuben im ganzen Land aus», schilderte die Zeitung «Hindustan Times». Die Einschaltquoten stiegen landesweit um 175 Prozent, der Bierumsatz stellenweise um 40 Prozent. Im Vergleich zur WM 2002 nahm die Zahl der Fernsehzuschauer um 83 Prozent zu. Der Fußball verdrängte Cricket vom ersten Platz in der Rangliste der beliebtesten Sportarten. FERNWIRKUNG: Das WM-Spiel Deutschland gegen Argentinien hat im fernen Bangladesh gewaltsame Unruhen ausgelöst. Hunderte von Fußballfans griffen in der Hauptstadt Dhaka Polizeieinheiten und ein Amtsgebäude an. Der Grund: Während der dramatischen Partie war der Strom ausgefallen, so dass die Fernsehschirme dunkel blieben. Die Wachbeamten eines Gefängnisses hinderten die wütenden Fans daran, das Gebäude der Energiebehörde zu stürmen. Daraufhin schleuderten die Randalierer Steine auf die Beamten. Etwa ein Dutzend Polizisten wurden verletzt. |