Deutschlands WM-Party geht weiter
Berlin (dpa) - 01.07.2006, 10:56 Uhr
Fußball-Fans schwenken auf der Reeperbahn in Hamburg Deutschland-Fahnen.
Millionen deutsche Fans haben in der Nacht den Einzug der Nationalmannschaft ins Halbfinale ausgelassen und meist friedlich gefeiert. Zur WM-Party nach dem 4:2-Elfmeter-Krimi gegen Argentinien gab es Autokorsos, Freudentänze und reichlich Bier. Für die Polizei verlief die Fußballnacht meist ohne Probleme. Mit besonderer Spannung blickten die Sicherheitskräfte nach Gelsenkirchen, wo es am Vorabend zu Auseinandersetzungen zwischen deutschen und englischen Fans gekommen war. Zum Viertelfinale wurden in der Ruhrgebietsstadt etwa 80 000 Engländer und 20 000 Portugal-Fans erwartet. Da nur rund 30 000 Engländer und etwa 7000 Portugiesen Karten für das WM-Stadion haben, wurde die Zahl der Videowand-Plätze erheblich ausgeweitet. In Frankfurt wurde unterdessen mit Zehntausenden Brasilianern und Frankreich-Fans gerechnet. Am ersten Viertelfinal-Tag hatten die Millionen Fußballfans auf den WM-Partymeilen ein Wechselbad der Gefühle erlebt wie noch nie. Der zum Schluss sensationelle K.o.-Sieg für Deutschland im Viertelfinale nach Elfmeterschießen gegen Argentinien (5:3) lässt das Märchen auch für die zunächst geschockten und in ihrer Euphorie gebremsten Fans weitergehen. Held des Tages bei den Anhängern des deutschen Teams war Torwart Jens Lehmann, der zwei Elfmeter hielt.
Minuten nach dem Triumph von Berlin starteten in vielen deutschen Innenstädten Autokorsos mit ohrenbetäubenden Hupkonzerten. Der Kurfürstendamm wurde von der Polizei zur Partyzone erklärt. Am Morgen zog die Polizei positive Bilanz: «Es war eine schöne, eine friedliche Fußballnacht.» Jubel-Staus auch auf der Leopoldstraße in München-Schwabing, in Dortmund, Düsseldorf, Köln, Gelsenkirchen, Nürnberg, Magdeburg, Halle oder Leipzig - die Polizei drückte Augen und Ohren zu und ließ die Fahnen schwenkenden, singenden und lachenden Fans bei ihrer Tour über die Boulevards und Plätze meist gewähren. Schon Stunden vor Anpfiff hatte der Ansturm auf die Partymeilen begonnen. Stuttgart, Frankfurt, Hamburg, Dortmund meldeten fast zeitgleich: Die Fanfeste sind dicht. Ein schwarz-rot- goldenes Fahnenmeer deckte auch wieder die größte deutsche Fanmeile auf der Straße des 17. Juni in Berlin zu. Laut Senat waren ungefähr so viele Fans versammelt wie beim 2:0 über die Schweden, als es gut 750 000 waren. |