Argentinien trägt nach der WM-Niederlage gegen Deutschland Trauer. Geschockt wanderten Fangruppen in Buenos Aires mit weiß-blauen Mützen und Schals durch die Straßen.
Nach dem Fußball-Krimi in Berlin gegen die Gastgeber mit 3:5 nach Elfmeterschießen fielen alle vorbereiteten Jubelfeiern aus. Die Millionenstadt wie das ganze Land versuchten, aus den Weltmeister-Träumen in die Wirklichkeit zurück zu finden. «Noch nie habe ich Deutschland so schlecht spielen sehen, und trotzdem haben wir verloren», klagte ein Rundfunkreporter.
Nur in der deutschen Botschaft in Buenos Aires tobten etwa 200 deutsche Fans ganz undiplomatisch auf den Stühlen. Botschafter Rolf Schumacher versuchte, die niedergeschlagenen argentinischen Gäste etwas zu trösten. «Es war ein ganz ausgeglichenes Spiel, und ich bin froh, dass eine Mannschaft gewonnen hat», formulierte der Diplomat. Aber er war schon froh, dass nicht die andere Mannschaft gewonnen hatte.
Für Argentinier und Deutsche war das Viertelfinale in Berlin ein Wechselbad der Gefühle. Erst sahen sich die Argentinier nach der 1:0-Führung schon auf der Siegerstraße. Dann wurden Deutschland besser, und als der Ausgleich kam, war Argentinien schwer getroffen. Schnell gab es Kritik an Trainer José Pekerman, der eine zu vorsichtige und «ängstliche» Linie gefahren sei.