dpa: Wie stolz sind Sie auch auf Ihre eigene Arbeit? Klinsmann: «Es hat alles überhaupt nichts mit meiner Person zu tun. Das machen alles die Jungs auf dem Platz. Wir haben eine unglaubliche Gemeinschaft. Es ist fantastisch, wie wir zusammen halten und wie einer den anderen anspornt, wie Oliver Kahn sich den Jens Lehmann in den Arm nimmt. Unser Job ist es, die Spieler konzentriert zu halten. Wir dürfen jetzt nicht locker lassen. Wir müssen dran bleiben, die nächste schwere Hürde nehmen und von der Leistung sogar möglichst noch einen draufsetzen.» dpa: Wie groß ist die Chance, jetzt Weltmeister zu werden? Klinsmann: «Ich glaube, jetzt sind wir bei 25 Prozent. Aber wir glauben an diese Chance. Da ist eine Mannschaft zusammen gewachsen in den letzten sechs Wochen, die sagt: Wir wollen Weltmeister werden, und so langsam glauben es die Leute auch.» dpa: Was sagen Sie zu Elfmetertöter Jens Lehmann? Klinsmann: «Wir haben in Jens Lehman einen starken Torhüter, der in seiner Karriere schon viele Elfmeter gehalten hat. Heute hat er wieder zwei Dinger weggehauen. Er ist von seiner Persönlichkeit her bei einem Elfmeter nicht einfach zu bezwingen.» dpa: Wie sicher waren Sie, das Elfmeterschießen zu gewinnen? Klinsmann: «Wir waren felsenfest überzeugt, dass wir weiterkommen, wenn es ins Elfmeterschießen geht. Wir haben immer an uns geglaubt und waren absolut sicher, dass wir zurückkommen, auch nach dem 0:1.» dpa: Trüben die Tumulte nach dem Spiel den Erfolg etwas? Klinsmann: «Es sind die zwei besten Mannschaften dieses Turniers aufeinander getroffen. Da tut es weh, wenn in so einem Spiel das Elfmeterschießen entscheiden muss. Das ist das Schlimmste, was einem passieren kann. Die Argentinier sind ein fantastisches Volk, sehr emotional, da geht einem dann die Birne durch. Da soll man nicht zu viel Tamtam drum machen. Es ist fantastisch, was jetzt los ist in ganz Deutschland.» Aufgezeichnet von Robert Semmler, dpa
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