Notizen von der Fußball-WM
30.06.2006, 15:23 Uhr
Die brasilianische Reporterin Ines macht nicht nur Interviews, sie gibt auch welche.
WACHSTUM: Die WM-Fußballer sind seit der Weltmeisterschaft von 1974 größer und schwerer geworden. Wie der Weltverband FIFA mitteilte, ergab dies ein Vergleich der neun Mannschaften, die an beiden Welttitelkämpfen teilnahmen. Heute seien die Kicker im Vergleich zu ihren Kollegen 1974 im Durchschnitt um drei Zentimeter länger und bringen drei Kilogramm mehr auf die Waage. ACHTERBAHN: Während ihre Männer auf dem Trainingsplatz schufteten, vergnügten sich zehn englische Spielerfrauen im Freizeitpark. Im Europa-Park in Rust (Baden-Württemberg) fuhren die Damen zusammen mit ihren Kindern Achterbahn und Karussell, teilte die Park-Verwaltung mit. Die Gruppe um Coleen McLoughlin, der 20 Jahre alten Verlobten von Englands Stürmerstar Wayne Rooney, blieb den Angaben zufolge unbehelligt. Das ehemalige Spice-Girl Victoria Beckham, die Gattin von Kapitän David Beckham, war zu dem Ausflug nicht mitgekommen.
KREATIVITÄT: Schwarze Socken, rote T-Shirts, gelbe Blusen: Statt Deutschlandfahnen flattern im Gefängnis Gelsenkirchen während der Fußball-WM Kleidungsstücke in den Nationalfarben aus Fenstern des Frauentraktes. Da keine Fanartikel zu kaufen seien, bewiesen viele Frauen Kreativität, sagte eine Abteilungsleiterin. Allerdings fieberten nur vereinzelte weibliche Insassen vor dem Fernseher in der Zelle mit der deutschen Elf. Ganz anders bei den eingefleischten männlichen Fans: Hier herrsche Fußballeuphorie. Mehr als 80 Prozent verfolgen die Spiele am Bildschirm - allerdings ohne schwarz-rot- goldene Kleidung am Fenster. Die Männer verfügen im Gegensatz zu den Frauen nur über Gefängniskluft. HINGUCKER: Die wahre Attraktion beim Training von Brasilien ist für viele nicht Ronaldinho, sondern eine mexikanische Fernsehjournalistin: Die Blondine in knallengen Hosen und mit meist atemberaubendem Ausschnitt stöckelt vor ihren fast ausschließlich männlichen Kollegen auf und ab, die Akkreditierung wie eine Handtasche lässig geschultert. Inzwischen gibt sie schon selbst Interviews. Damit jeder ihren Namen weiß, trägt sie neuerdings ein T- Shirt in brasilianischen Farben und mit der Aufschrift «Ines». REGELRECHT: Die Polizei hat an Fußballfans appelliert, sich bei Autokorsos an die Verkehrsregeln zu halten. «Teilnehmer dieser Korsos haben keine Sonderrechte», erklärte die Polizei in Hagen. So seien Ampeln und Vorfahrtzeichen in jedem Fall zu beachten. Auch sei das Befahren von Fußgängerzonen nicht erlaubt. Ebenfalls verboten sei die Mitnahme von Fans auf Ladeflächen, Anhängern oder Dächern. Dabei bestehe ein hohes Verletzungsrisiko.
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