Die Begeisterung über Bundestrainer Jürgen Klinsmanns WM-Erfolge hat auch Reliquienhändler hellhörig gemacht. Unmittelbar vor dem Viertelfinale der deutschen Elf gegen Argentinien sind am Freitag zwei «originale Nummernschilder S-JK 333» ersteigert worden. Als Beweis für die Echtheit gehört zum Kaufpaket ein Erinnerungsfoto mit dem langhaarigen Bundesligaspieler Klinsmann in seinem schwarzes VW-Cabrio samt Nummernschild, ehe er den Wagen vor dem Wechsel vom VfB Stuttgart zu Inter Mailand 1989 verkaufte.
Mit 301 Euro Erlös nach 80 Geboten scheint allerdings noch ein weiter Weg bis zur Klasse von Elvis Presleys Haarlocken oder Helmut Kohls Strickjacke aus den Tagen der Wiedervereinigung. Auch handelt es sich bei den Autokennzeichen nicht um Reliquien erster Klasse («alle Körperteile des Heiligen, insbesondere Partikel seiner Knochen»). Wenn Klinsmann nicht selbst geschraubt oder sein Cabrio mit der Hand gewaschen hat, gehören sie auch nicht zur zweiten Klasse («echte Berührungsreliquien, insbesondere von besonderer biografischer Bedeutung, die der Heilige berührt hat.»).
Noch nicht mal dritte Klasse ist die bei Ebay ebenfalls angebotene Klinsmann-Plastikpuppe aus der Serie «Legenden der 70er und 80er». Auch der Hinweis «limitierte Stückzahl 10 989» änderte nichts daran, dass die Zahl der Gebote bis zum Viertelfinale bei Null lag.