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Beckenbauer: «Besser kann es nicht laufen»

Berlin (dpa) - 29.06.2006, 16:10 Uhr

WM-OK-Chef Franz Beckenbauer kann durchatmen: Alles läuft nach Plan.
WM-OK-Chef Franz Beckenbauer kann durchatmen: Alles läuft nach Plan.

Franz Beckenbauer hat vor dem WM-Endspurt eine Zwischenbilanz ohne jeden Makel gezogen und seine Mitarbeiter zu Organisations-Weltmeistern erklärt.

«Besser kann es nicht laufen. Man soll sich nicht ständig selber loben. Aber bis heute ist es uns gelungen, gute Gastgeber zu sein», sagte der Chef des Organisationskomitees bei einer Pressekonferenz in Berlin. Zur ohnehin positiven Stimmung der WM-Macher nach 56 von 64 Fußball-Partien trug auch OK-Vizepräsident Theo Zwanziger bei, der einen finanziellen Gewinn ankündigte. Durch höhere Einnahmen im Ticketverkauf würden mehr als die geplanten 430 Millionen Euro in die Kassen gespült.

«Wir können in der Tat mit einem Überschuss rechnen», sagte der im WM-OK für die Finanzen zuständige Geschäftsführende DFB-Präsident und nannte 450 Millionen Euro als mögliche Einnahmen. Bislang waren die WM-Organisatoren von je 430 Millionen Euro Einnahmen und Ausgaben und somit von einer «Schwarzen Null» im WM-Etat ausgegangen. Eine Auslastung von 99,7 bis 99,9 Prozent bei den WM-Tickets ermögliche nun den Gewinn, der laut Zwanziger der deutschen Fußball-Jugend und Fußball-Infrastruktur zu gute kommen soll. Unabhängig von den Finanzen drückte Zwanziger seine Hoffnung auf einen Langzeit-Effekt der guten WM-Stimmung in Deutschland aus. «Ich hoffe, dass erkannt wird, was der Fußball leisten kann.»

Auch Beckenbauer richtete seinen Blick über materielle Aspekte hinaus und wiederholte seine Freude über den völkerverbindenden Charakter des WM-Turniers durch Atmosphäre in Deutschland. «Menschen aus allen Ländern und aller Hautfarben feiern miteinander. Tausende Adressen werden ausgetauscht. Das ist eine großartige Sache», sagte der «Kaiser».

Mit Spannung erwartet Beckenbauer die mit dem Viertelfinal-Klassiker zwischen Deutschland und Argentinien startende heiße Turnierphase. Ab sofort werde sich auch die Qualität der Partien steigern, hofft der 74er-Weltmeister. «Vom Niveau her haben wir noch nicht so große Spiele gesehen. Aber auch nicht so viele ganz schlechte. Aber es gibt ja jetzt noch acht Spiele. So ein richtiger Knaller war noch nicht dabei. Aber der wird jetzt sicher kommen», sagte der WM-OK-Chef.


Ohne die anderen sechs noch im Turnier vertretenen Teams vor den Kopf stoßen zu wollen, wiederholte Beckenbauer seine Wunschbegegnung für das Finale am 9. Juli in Berlin. «Wie vor vier Jahren sollte es Deutschland gegen Brasilien heißen, dann aber mit einem anderen Ergebnis.» Zehn Tage vor Turnierende bedauerte Beckenbauer auch, dass das Großereignis bald vorüber ist. «Man hatte ja zwischendurch den Eindruck, wir seien froh, wenn alles vorbei sei, als uns von allen Seiten Probleme gemacht wurden. Jetzt denkt man aber, es könnte noch ein bissl dauern», sagte der Bayer, der bislang 38 der 56 Spiele live in den Stadien verfolgt hat.

Die WM-Macher hatten aus allen Abteilungen nur Erfolgsmeldungen parat. Besonders das sensible Thema Sicherheit habe bisher keine nennenswerten Probleme bereitet. Außer den Zwischenfällen in Dortmund und Stuttgart sei alles friedlich verlaufen. «Das ist ein Ergebnis, das man nicht übertreffen kann und das nicht jeder erwartet hat», sagte OK-Vize Horst R. Schmidt.

Neben den positiven Etat-Prognosen sei auch der Steuerzahler nicht belastet worden. Im Gegenteil: «Die WM kostet den Staat nichts, bringt ihm aber etwas», sagte Zwanziger, der allein 40 Millionen Euro zu zahlende Umsatzsteuer durch das OK erwähnte.

Schmidt sprach von positiven Rückmeldungen aller bislang abgereisten Mannschaften. «Viele haben sich auch in kleineren Orten einquartiert, und wie sie dort aufgenommen worden sind, war großartig.» Der Transport zu den Spielen und die Organisation in den zwölf WM-Stadien habe «reibungslos funktioniert». Gerade deshalb gelte es nun jedoch, auch die K.o.-Spiele bis zum Finale hochkonzentriert anzugehen. «Wir dürfen uns nicht zurücklehnen. Man muss aufmerksam bleiben», sagte Schmidt.

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