WM-Verkehr bringt Bahn zusätzliche Verspätungen
Frankfurt/Main (dpa) - 29.06.2006, 16:13 Uhr
Ein ICE steht auf dem Leipziger Hauptbahnhof zu Abfahrt bereit.
Der intensive Sonderverkehr zur Fußball- Weltmeisterschaft hat der Deutschen Bahn AG neben neuen Kunden auch zusätzliche Verspätungen eingebracht. In den vergangenen Wochen sei die Pünktlichkeitsquote im Fernverkehr von 87 auf 85 Prozent gesunken, sagte der Netzkoordinator der DB Netz, Arvid Kämmerer, in Frankfurt. Verursacht würden die zusätzlichen Verzögerungen zum Beispiel durch längere Ein- und Ausstiegzeiten nach den Spielen, sagte der Netzplaner. Man dürfe die Leistung des Unternehmens aber nicht an einzelnen Zahlen festmachen, die einen komplett falschen Eindruck vermittelten, sagte Bahn-Sprecher Martin Walden. Die Bahn sei mit der Abwicklung des WM-Verkehrs und dem Zuspruch der Fahrgäste sehr zufrieden. Diese hätten sich zudem sehr positiv über das Angebot geäußert. Die Züge seien sehr gut ausgelastet. Man blicke daher sehr zuversichtlich auf die nächste Etappe der WM.
Der Netzplaner Kämmerer hatte die zusätzlichen Verspätungen unter anderem mit dem großen Andrang bei den Spielen begründet. «Das dauert einfach länger und aus drei Minuten werden zum Beispiel in Dortmund ganz schnell sechs.» Davon seien dann in dem dichten deutschen Netz auch etliche Nachfolgezüge betroffen. Die Bahn könne aber die Fans nicht im Bahnhof stehen lassen, nur um pünktlich abzufahren. «Unsere WM-Kunden stehen im Mittelpunkt.» In den vergangenen Wochen hatte die Bahn auch mit heftigen Gewittern und der zunehmenden Hitze zu kämpfen. Probleme habe es bei einigen ICE-Zügen mit den Klimaanlagen gegeben, sagte Kämmerer. Insgesamt sei man aber sehr zufrieden mit der Abwicklung der zahlreichen zusätzlichen Züge, die zur WM unterwegs seien. Die Bahn hat nach eigenen Angaben 250 zusätzliche Fernzüge auf die Schienen gebracht. Allein 50 von ihnen - darunter Nachtverbindungen München- Hamburg und Frankfurt-Berlin - fahren jeden Tag als Entlastung des sonstigen Angebots. Nach Angaben von Bahnchef Hartmut Mehdorn wurden die Erwartungen auf 500 000 zusätzliche Passagiere pro Tag in den ersten zwei Wochen der WM übertroffen. Durchschnittlich seien 600 000 zusätzliche Gäste pro Tag zu den üblichen 4,5 Millionen gezählt worden.
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