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Notizen von der Fußball-WM

28.06.2006, 17:20 Uhr

Auch Schweine bieten für Verbrecher keine perfekte Tarnung.
Auch Schweine bieten für Verbrecher keine perfekte Tarnung.

ERFOLGSREZEPT: Vor dem Viertelfinale gegen die Ukraine hat Italiens überragender Abwehrchef Fabio Cannavaro sein Erfolgsrezept verraten: «Regelmäßiges Training, gutes Essen, kein Alkohol, nicht rauchen, viel Schlaf und wenig Sex», verriet der 33-Jährige.

Der Kapitän der «Azzurri» spielt bereits seine dritte Weltmeisterschaft. Mit Juventus Turin wurde Cannavaro in den vergangenen beiden Jahren italienischer Meister.

WM AUCH OHNE DEUTSCHLAND WICHTIG: Mehr als zwei Drittel der Deutschen (71 Prozent) wollen die Spiele der Fußball-WM auch nach einem möglichen Aus der deutschen Mannschaft verfolgen. Das ergab eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Hamburger Magazins «stern». Nur elf Prozent gaben an, die WM nach einem Ausscheiden der Klinsmann-Elf nicht mehr verfolgen zu wollen.

FRANZOSEN SAUER: Pfiffe aus dem spanischen Fan-Block beim Abspielen der französischen Nationalhymne «Marseillaise» haben bei Frankreichs Spielern für Empörung gesorgt. «Es ist eine Schande, dass so etwas passiert», meinte Arsenal-Stürmer Thierry Henry. Eric Abidal sagte über die Störmanöver vor dem französischen 3:1-Sieg im Achtelfinale gegen Spanien: «Die Pfiffe und Buh-Rufe haben uns nur noch mehr motiviert.» Auch die französische Trainer-Legende Guy Roux regte sich auf: «Das war ganz schlechter Stil. So etwas habe ich in meiner 44- jährigen Trainer-Laufbahn noch nicht erlebt.»

SITZFLEISCH: Während seine Spieler einen WM-Rekord nach dem anderen jagen, muss sich auch Brasiliens Nationaltrainer Carlos Alberto Parreira mit seinen Bestleistungen nicht verstecken. Das Viertelfinal-Spiel gegen Frankreich wird seine 20. WM-Partie als Chefcoach sein. Damit zieht er mit seinem Landsmann Mario Zagallo, derzeit Technischer Koordinator der «Seleção», und Bora Milutinovic gleich. Der Serbe hat bei fünf Weltmeisterschaften fünf verschiedene Teams betreut: 1986 Mexiko, 1990 Costa Rica, 1994 die USA, 1998 Nigeria und 2002 China. Den Spitzenreiter Helmut Schön kann Parreira bei diesem Turnier aber nicht mehr einholen: Der «Mann mit der Mütze» saß 25 Mal auf der Bank.


SORRY AUSTRALIEN: Der chinesische TV-Kommentator Huang Jianxiang hat eine reichlich späte Verbeugung vor den Ballkünsten der australischen WM-Elf gemacht. Huang entschuldigte sich zwei Tage nach dem unglücklichen Ausscheiden der Australier gegen Italien mit 0:1 bei den Zuschauern für seine Ausrufe wie «Lang lebe Italien» und «Ich kann Australien nicht vertragen». Nun räumte der Fernsehmann nach geharnischten Zuschauerprotesten ein, dass er vielleicht eine Spur zu weit gegangen sei beim «Einbringen persönlicher Emotionen».

STINKENDE WETTEN: In ungewöhnlichem Ambiente hat die Polizei von Malaysia einen illegalen Wettring in der Stadt Selangor ausgehoben. Die 18 beteiligten Männer hatten ihr hochmodernes, aber gesetzwidriges Büro mit hochmoderner Ausrüstung wie Laptops und Satellitenempfängern direkt neben einem heftig stinkenden Schweinestall installiert, um sich so besser zu tarnen. Wie Einsatzleiter Mohamad Kamarudin Mohamad Din der Zeitung «The New Straits Times» mitteilte, hätten seine Männer das Büro trotz der widrigen Umstände gestürmt, während gerade die Begegnung Italien - Ukraine (1:0) lief.

ELFMETERSCHIESSEN: Oliver Kahn sieht die deutsche Mannschaft für ein mögliches Elfmeterschießen gerüstet. Drei Mal musste die DFB-Elf bei einer WM in einen solchen Krimi, drei Mal endete er mit einem Happy End. Noch ein Fakt könnte für die Klinsmänner sprechen. Im deutschen Tor steht Jens Lehmann, an dem der Argentinier Juan Román Riquelme im Champions-League-Halbfinale FC Villarreal - FC Arsenal in letzter Minute per Strafstoß scheiterte - es bedeutete Villarreals Aus.

KNEIPENTOUR: Klaglos fügt sich Oliver Kahn in seine Reservistenrolle, sogar Lob gibt es für Kontrahent Jens Lehmann. Aber um die Häuser werden die beiden ältesten deutschen Spieler bei dieser WM nicht zusammen ziehen. «Der Jens ist in einer bestimmten Welt während der WM. Ich glaube nicht, dass man da in großer Stimmung ist, ein Bier trinken zu gehen», sagte Kahn. Es ist aber auch unwahrscheinlich, dass die Torwartrivalen nach der WM gemeinsam auf Kneipentour gehen.

SERIOSITÄT: Im Kredit- und Gebrauchtwagengeschäft ist Seriosität von großer Wichtigkeit - nun hält sie auch auf dem Fußball-Platz Einzug. «Wir müssen gut und seriös in die Zweikämpfe gehen», meinte Co-Trainer Joachim Löw. Was er damit meint: Bloß keine unnötigen Fouls begehen gegen die Standard-Spezialisten aus Südamerika.

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