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«Goleo»-Hersteller: Keine Gefahr des Zusammenbruchs

Altenkunstadt (dpa) - 28.06.2006, 14:30 Uhr

Auf einem Stofftier ist der Schriftzug der Firma Nici angebracht.
Auf einem Stofftier ist der Schriftzug der Firma Nici angebracht.

Mit dem Abbau von rund 120 Stellen sieht der Hersteller des WM-Maskottchens «Goleo», die bayerische Nici AG, die Gefahr eines Firmenzusammenbruchs zunächst gebannt.

Das Tagesgeschäft habe sich normalisiert, die Winterkollektion sei bestellt und komme auf den Markt, teilte das Unternehmen mit. Nici hatte am Vortag angekündigt, 99 Mitarbeiter zu entlassen und die Verträge von 24 befristet Beschäftigten nicht zu verlängern. Der Plüschtierhersteller beschäftigte bislang nach eigenen Angaben 576 Mitarbeiter.

Der Hersteller des WM-Maskottchens hatte Mitte Mai Insolvenzantrag gestellt. Wenige Tage später wurde Nici-Firmengründer Ottmar Pfaff verhaftet. Gegen ihn ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen besonders schweren Betrugs. Pfaff wird vorgeworfen, mit Luftbuchungen Umsätze vorgetäuscht zu haben und diese offenen Forderungen verkauft zu haben.

Die Entlassungen seien eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit, sagte Insolvenzverwalter Michael Jaffé. «Wir müssen jetzt mit Hochdruck und unter schwierigsten Bedingungen nachholen, was die Jahre vorher versäumt worden ist.» In der aktuellen Situation gebe es zum Personalabbau keine Alternative.

Einen Personalplan für die betroffenen Mitarbeiter werde es nicht gegeben. Angesichts eines Umsatzrückgangs von 40 bis 50 Prozent sei der Arbeitsplatzabbau mit rund 20 Prozent sehr moderat ausgefallen, erläuterte ein Sprecher des Insolvenzverwalters ergänzend.


Insolvenzverwalter Jaffé bezifferte den Umsatz im Geschäftsjahr 2005 auf deutlich unter 100 Millionen Euro. Eine endgültige Zahl könne noch nicht genannt werden. Für das Geschäftsjahr 2006 erwartet der Insolvenzverwalter stabile Umsätze, die aber noch unter 100 Millionen Euro liegen werden.

Mit dem Personalabbau und dem Verkauf von rund 50 Millionen Artikeln, die auf Lager liegen, solle auch die notwendige Liquiditität erreicht werden, um auch längerfristig ohne einen Käufer weiter bestehen zu können. Ende Juli läuft das Insolvenzgeld aus. Von August an muss das Unternehmen wieder selbst die Löhne und Gehälter für die Mitarbeiter zahlen.

Für die Nici AG gebe es eine Reihe von Interessenten aus dem In- und Ausland. Darunter seien Finanzinvestoren ebenso wie potenzielle strategische Partner. Das Bieterverfahren werde eröffnet. Erste Gespräche mit potenziellen Investoren würden in Kürze beginnen. Bis zu einem Abschluss könnten allerdings Wochen und Monate vergehen.

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