Verschnaufpause auf den Fanfesten
Berlin (dpa) - 27.06.2006, 23:05 Uhr
Spaniens Kronprinz Felipe (l) und seine Frau Prinzessin Letizia in Hannover.
Die Fanfeste der Fußball-WM haben zum Abschluss der Achtelfinalspiele noch einmal eine Verschnaufpause erlebt. Vor allem die deutschen Fans bereiten sich in Ruhe auf das mit Riesenspannung erwartete Viertelfinale Deutschland-Argentinien im Berliner Olympiastadion vor. In der Hauptstadt kamen auf die größte WM-Fanmeile wieder etwas mehr Besucher als zu Wochenbeginn mit nur etwa 50 000. «Brasilien zieht halt immer», sagte ein Senatssprecher. Das Weltmeister-Team siegte in Dortmund ebenso glanzlos wie souverän mit 3:0 gegen den letzten Afrika-Vertreter Ghana. Auch die Feiern verliefen an den meisten Schauplätzen eher gedämpft. Immerhin war an den beiden Spielorten noch reichlich was los, während sonst eher Flaute auf den Fanfesten herrschte. In Hannover hatten sich am Abend kurz vor Spielbeginn zwischen Frankreich und Spanien mehrere 10 000 Fans versammelt. Auf der Pressetribüne betätigte sich Argentiniens Fußball-Legende Diego Armando Maradona als Co-Kommentator für einen spanischen Fernsehsender. Gemütlich paffte er vor dem Anpfiff eine Zigarre.
Mit Trommeln, Tröten und Triumphgesängen feierten die brasilianischen Fans auf dem erneut mit 15 000 Besuchern restlos gefüllten Friedensplatz und in den Westfalenhallen den Erfolg ihrer «Selecao». «Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin» sangen fast akzentfrei zwei junge Brasilianerinnen, die in Bochum leben. «Bis in die Nacht feiern» wollten auch Vanessa (21) und Beatriz (24) aus Beckum. Doch nur vereinzelt bildeten sich in den Städten Autokorsos. Die wenigen Afrikaner fanden Unterstützung bei deutschen Fans. «Es ist schön, für einen Außenseiter zu sein», meinte ein 35-Jähriger aus Dortmund im Ghana-Trikot. Große Zustimmung erfuhren die sympathischen Afrikaner auch in Würzburg, wo sie ihr WM-Quartier bezogen hatten. Die alten Posthallen am Hauptbahnhof waren bei der Live-Übertragung voll besetzt, die Gastgeber der Ghanaer schwenkten die rot-grün- gelben Fahnen. |