Der insolvente Hersteller von WM-Maskottchen «Goleo», die Nici AG, wird rund 100 Mitarbeiter entlassen. Dies erfuhr dpa aus Unternehmenskreisen. Damit wird etwa jeder sechste Arbeitsplatz abgebaut.
Die Entlassungen seien betriebswirtschaftlich notwendig, hieß es. Der Umsatz des Plüschtierherstellers habe im Geschäftsjahr 2005 nicht wie bisher angegeben 155,8 Millionen Euro betragen, sondern weniger als 100 Millionen Euro. Die Mitarbeiter seien informiert. Ein Firmensprecher kündigte für den 28. Juni eine offizielle Stellungnahme an.
Noch bis Ende Juli zahle die Agentur für Arbeit das Insolvenzgeld für die rund 576 Mitarbeiter. Von August an müsse die Nici AG die Löhne und Gehälter wieder selbst aufbringen, hieß es. Mit den Entlassungen solle sichergestellt werden, dass der Plüschtierhersteller bis zur Übernahme durch einen Investor weiterbestehen könne. Wie aus Unternehmenskreisen zu erfahren war, gebe es zahlreiche Interessenten für die Nici AG. Bis ein Bieterverfahren eröffnet werden, könne es aber noch Monate dauern.
Zwischenzeitlich habe sich das WM-Maskottchen «Goleo» zu einem Verkaufsrenner entwickelt. In den vergangenen Wochen seien mehr als 700 000 Nachbestellungen eingegangen. Zunächst wurde der Insolvenzantrag Mitte Mai unter anderem mit dem schleppenden Verkauf des WM-Maskottchens begründet. Wenige Tage später wurde der Firmengründer und Vorstandsvorsitzende Ottmar Pfaff verhaftet. Gegen ihn ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen schweren Betrugs. Pfaff war im Zusammenhang mit dem Verkauf offener Forderungen an Dritte ins Zwielicht geraten.