Auf der Übernachtungsplattform von Immobilienscout24 sind etwa 17 000 Angebote zu finden. Zimmer sind dort für 20 bis 60 Euro, eine ganze Wohnung für bis zu 120 Euro pro Nacht zu haben. Vermieter müssen für ihr Inserat im Internet elf Euro zahlen. Die Erlöse gehen an die Stiftung Jugendfußball. Bislang sind schon 25 000 Euro zusammengekommen. 24 Fans aus neun Nationen hat Wolfgang Fischer schon in seinem Schrebergarten unweit des Bochumer Fußballstadions beherbergt. Seinen Übernachtungsgästen bietet er ein kostenloses «Rund-um-sorglos-Paket» - vom Frühstück bis zum Shuttle-Dienst zum Flughafen oder Bahnhof. «Auch frierenden Gästen aus Trinidad-Tobago besorge ich noch spät in der Nacht eine wärmende Zusatzdecke», berichtet der 61-Jährige. Gute Stimmung herrscht auch auf den zahlreichen Fancamps, die vor allem für junge WM-Besucher attraktiv sind. «Wir sind ausgebucht», heißt es in der «Tentstation» mitten in Berlin. Engländer, US- Amerikaner, Chilenen, Franzosen, Holländer und Argentinier zählten bislang zu den Zeltgästen in dem stillgelegten Freibad. Abends werde gemeinsam gegrillt oder in den mit Sand aufgefüllten Schwimmbecken Beachvolleyball gespielt. Für 10 bis 15 Euro können die Fans hier in eigenen oder gemieteten Zelten unter alten Bäumen schlafen. Rund 1750 Gäste zählte das Fancamp Berger See in Gelsenkirchen zu «Halbzeit» der WM. «Gute Auslastung» meldet auch das Camp in Hannover, das bis zum Ende der Spiele mit mehr als 3000 rucksackreisenden Fans rechnet. «Die Multikulti-Atmosphäre ist toll», sagt eine Organisatorin. Die Übernachtung kostet dort 8 Euro, Frühstück gibt es schon ab 4 Euro. Das größte deutsche Fancamp in Dortmund hat bislang 16 000 Übernachtungen aus 44 Nationen verzeichnet. In den klimatisierten Westfalenhallen bietet sich ein buntes Bild: Viele der 12 Quadratmeter großen Kojen sind mit Fahnen und anderen Fanutensilien geschmückt. «Unter den Gästen waren auch schon südamerikanische Großfamilien - vom Enkel bis zum Großvater», erzählt ein Sprecher.
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