«Insbesondere die englische Presse hat sehr verantwortungsbewusst, offen und ehrlich berichtet und das übliche "Aber" fast auf Null reduziert», betont Polizeichef Hauptmannl. «Es wurde nichts herbeigeschrieben, weder in Bezug auf längst nicht mehr existente Nazis in Nürnberg noch bezüglich gewalttätiger Hooligans von der Insel.» Die Polizei selbst habe mit ihrer Taktik und ihrem zurückhaltenden Auftreten das WM-Motto «Die Welt zu Gast bei Freunden» auf ihre Weise mit Leben erfüllt. Dazu musste die Polizei auch in den eigenen Reihen Widerstände überwinden. Statt wie gewohnt offen Stärke zu demonstrieren haben die Beamten den Kontakt mit den Fans gesucht. «Dass wir die Feierlaune nicht gestört haben und nicht bei jeder Kleinigkeit in voller Ausrüstung eingeschritten sind, ist bei den Menschen gut angekommen», betonte Hauptmannl am Montag. Auch für viele Beamte selbst sei dies ein Erfolgserlebnis gewesen. «Wir haben den Fans gezeigt, dass man Spaß haben kann, ohne dass es zu Randale kommen muss.» Die große Mehrzahl der Vorfälle, bei denen die Polizei einschritten musste, hatte nichts mit Gewalt zu tun: Taschendiebstähle, Falschgelddelikte und Diebstähle sind die typischen Randerscheinungen von Massenansammlungen. «Bei manch einer fünftägigen Kirchweih auf dem Land gibt es mehr Störungen», erklärte Hauptmannl. Als einzige WM-Stadt hatte Nürnberg zusätzliche zu den Volunteers der FIFA 350 ehrenamtliche Gastgeber aufgeboten. Die Männer und Frauen in ihren dunkelblauen Polohemden waren am Flughafen, am Bahnhof und in der Stadt meist der erste Ansprechpartner für die insgesamt 500 000 WM-Gäste aus aller Welt.
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