Das Risiko, am Eingang mit einer «fremden» Karte erwischt zu werden, ist überschaubar: Kontrollen fanden bislang nur sporadisch statt. Weniger kalkulierbar ist allerdings, ob die Karte nicht möglicherweise durch das OK gesperrt ist - etwa falls sie vorher als gestohlen gemeldet oder einer anderen Person überschrieben wurde. Dann schafft man es zwar noch durch die erste Sichtkontrolle, bei der Chipkontrolle aber leuchtet es rot, das Drehkreuz bleibt geschlossen. Das Gleiche gilt für Tickets bei eBay, die allerdings zumeist noch ein gutes Stück teurer sind. Sofortkauf-Angebote für das deutsche Viertelfinale gegen Argentinien am Freitag in Berlin lagen am Sonntag bei 1200 Euro pro Karte, für das Finale am 9. Juli zwischen 2700 und 4200 Euro; freie Auktionen brachten ähnliche Summen hervor. Im Laufe der Woche dürften die Preise eher noch steigen. Es bleibt zudem das Risiko der Zustellung oder Übergabe. Mit seriöser Abwicklung werben große Ticketagenturen, die sich auf den weltweiten Handel für Veranstaltungen aller Art spezialisiert haben. So hat die norwegische Firma Euroteam - die trefflicherweise ein Euro-Symbol im Logo führt - noch Karten für alle Spiele im Angebot, vermutlich aus Kontingenten von Sponsoren und nationalen Verbänden. Hier zahlt man für das Argentinien-Spiel derzeit «nur» 740 bis 990 Euro. Für schwache Nerven ist das allerdings auch nichts: Das Ticket kann man erst am Spieltag in Berlin abholen. Im Sinne der Organisatoren ist das alles nicht. «Es verstößt gegen unsere Grundsätze von Fairplay», sagte Grittner und warnte zudem vor unseriösen Anbietern, «bei denen es nur eine Abzocke ist». Für den ehrlichen Fan bleibt so nur die vage Hoffnung auf ein Viertelfinale mit Ghana - doch die sind im Achtelfinale gegen Brasilien nur Außenseiter.
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