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Städte bis nachts voll - Keine Pause für Stuttgart

Stuttgart/Berlin (dpa) - 25.06.2006, 10:55 Uhr

Rund 15 000 Fußballfans feierten auf der Fan-Meile in Leipzig.
Rund 15 000 Fußballfans feierten auf der Fan-Meile in Leipzig.

Nach einer rauschenden Fußball-Party bis tief in die Nacht werden sich die Fans in den meisten deutschen Städten vermutlich eine kleine Ruhepause gönnen. Ganz anders sieht es in Stuttgart und Nürnberg aus, wo die nächsten Achtelfinalpartien stattfinden.

Zum Spiel England gegen Ecuador werden in Stuttgart bis zu 60 000 englische Schlachtenbummler und 15 000 Ecuadorianer erwartet. Die Stuttgarter Polizei wird wegen möglicher Fan-Krawalle und Ausschreitungen in der Innenstadt und rund um das Stadion verstärkt im Einsatz sein. Am Abend vor dem Spiel waren rund 300 englische Schlachtenbummler von der Polizei eingekesselt und in Gewahrsam genommen worden. Bereits in der Nacht zuvor hatte die Polizei rund 120 Engländer aus dem Verkehr gezogen.

Die Stadt Nürnberg feiert mit dem Spiel Portugal - Niederlande bereits ihr WM-Finale: Zum letzten WM-Spiel im Franken-Stadion erwarten die Nürnberger noch einmal einen Massenansturm auf das Fan-Fest und die Innenstadt. Die holländischen Fans wollen sich bereits vom Vormittag an mit einer großen Party auf das Spiel einstimmen. Am Nachmittag werden rund 10 000 Fans mit einer «Oranje-Parade» zum Stadion und zum Fan-Fest auf dem Volksfestplatz ziehen.

In der Nacht zum 25. Juni feierten bundesweit etwa drei Millionen Menschen den Einzug der deutschen Mannschaft ins Viertelfinale. Beim Deutschlandspiel am Nachmittag platzten die Fan-Meilen aus allen Nähten. In Berlin drängten sich auf dem Festgelände auf der Straße des 17. Juni zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor etwa 750 000 Menschen, noch einmal 50 000 mehr als zum letzten deutschen Vorrundenspiel gegen Ecuador in Berlin. Nach Angaben eines Senatssprechers hielten sich im gesamten Bereich der größten WM-Partymeile Deutschlands rund eine Million Menschen auf.

Am Morgen nach dem Spiel bescheinigte die Polizei den Fans ein «absolut spitzenmäßiges Verhalten». Ein Polizeisprecher: «Wir sind hellauf begeistert von den friedlichen Fußball-Fans.» Laut Polizei gab es am Vortag nur knapp 20 Festnahmen bei dem riesigen Fußball-Fest in Berlin. Die Beamten schritten ein wegen Diebstahls, Körperverletzung und Drogenmissbrauchs. Auch bengalische Feuer wurden beschlagnahmt. Angesichts der Massen sei die Zahl der Delikte sehr gering. Mit Blick auf das Viertelfinalspiel Deutschland - Argentinien am 30. Juni im Berliner Olympiastadion bereitet sich die Polizei wieder auf einen Ansturm der Massen vor. «Es wird schwer, die Ströme zu bändigen», sagte der Sprecher.


In der Münchner WM-Arena sangen Zehntausende schon nach 15 Minuten Spielzeit «Oh, wie ist das schön». Leipzig glich an seinem letzen Spieltag während der Fußball-WM einem Hexenkessel: Rund 15 000 Argentinier feierten ausgelassen mit tausenden glücklichen Deutschen den Einzug ihrer Mannschaften in das Viertelfinale bis in die Nacht hinein.

Gleich nach dem Schlusspfiff verwandelten die Fans im Freudentaumel die Innenstädte in Fußgängerzonen und die Boulevards in Tanzflächen. Selbst die Autokorsos kamen in vielen Städten nicht mehr durch und begleiteten das Jubelfest im Schneckentempo mit Hupkonzerten. Der Kurfürstendamm in Berlin, die Leopoldstraße in München-Schwabing, die Reeperbahn auf St. Pauli waren dicht und in ein schwarz-rot-goldenes Fahnenmeer getaucht.

In München, Berlin und anderen Städten waren die Kapazitäten erhöht und auch neue Videowände aufgestellt worden. In Frankfurt, wo die Veranstalter an der Main-Arena sich von den Besuchern «regelrecht überrannt» fühlten, wurden kurzfristig zahlreiche Kino-Säle geöffnet, um den Fans dort die Spiele zu zeigen. Bei meist hochsommerlichen Temperaturen und Sonnenschein war die Stimmung bei den Fußball-Partys im ganzen Land überwiegend friedlich und fröhlich.

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