Königin Silvia hat ihre Fan-Vorlieben zum WM-Achtelfinale in München nicht persönlich vorgeführt, weil sie lieber an der Ostsee Mittsommer feiern wollte.
Auf die ewige Frage, ob sie denn nun im Sport für ihr Geburtsland Deutschland oder für ihre royale Wahlheimat Schweden sei, antwortet die 62-Jährige stets, wie es sich gehört - ausweichend. Vor einem Tennismatch zwischen Boris Becker und Mats Wilander sagte die Gattin von König Carl XVI. Gustaf huldvoll: «Der Bessere soll gewinnen.» Zum Münchner Achtelfinale bei der Fußball-WM zwischen Deutschland und Schweden ließ sie ihre Sprecherin verkünden, man habe ja auch am Stockholmer Hof «gottlob zwei Daumen», je einen pro Land zum Drücken.
Fehlt der dritte für Brasilien, wo die Bürgerstocher Silvia Sommerlath aufgewachsen ist. Die beiden vorhandenen wollte die frühere Olympia-Hostess unbeobachtet und entspannt auf der ruhigen Insel Öland bedienen, die der Königsfamilie für das Mittsommer-Wochenende mehr zusagte als ein VIP-Platz im Münchner WM-Tohuwabohu.
Schon vorher hatten Schwedens engagierte Fußball-Fans sich ein wenig gewundert, dass der Hof etwaige Fußballreisen zur WM kühl «erfolgsabhängig» machte. Kennen gelernt hatten sich König und Königin vor 34 Jahren auf der VIP-Tribüne des Münchner Olympiastadion, als der damalige Kronprinz sich für anderes interessierte als Leichtathletikwettbewerbe.