TV-Boykott von Podolski gegen ARD beendet
Köln (dpa) - 23.06.2006, 14:10 Uhr
Lukas Podolski beantwortet auf einer Pressekonferenz die Fragen der Journalisten.
Lukas Podolski spricht mit sofortiger Wirkung wieder mit Fernsehreportern der ARD. Der deutsche Fußball-Nationalspieler hat seinen TV-Boykott wegen der umstrittenen WDR-Radio-Sendung «Lukas' Tagebuch» beendet. Nach Angaben von ARD-Teamchef Heribert Faßbender wurde dank Unterstützung von DFB-Teammanager Oliver Bierhoff eine Einigung mit dem Management des zukünftigen Stürmers von Bayern München erzielt. «Bierhoff hat eine sehr gute Vermittlerrolle gespielt», sagte Faßbender der dpa. Es könne nicht sein, dass 20 bis 30 Millionen Fernsehzuschauer auf ein Podolski-Interview verzichten müssen, wenn dieser ein oder zwei Tore in einem WM-Spiel erzielt. Dies sei weder im Sinne der Zuschauer noch des Spielers, sagte Faßbender.
Ungeachtet der TV-Einigung hält Podolski an seinem Radio-Boykott der ARD-Sender fest. Der Profi, der sich durch eine Satire-Serie im WDR-Programm Eins Live verunglimpft fühlt, hat eine Unterlassungsklage gegen den Westdeutschen Rundfunk (WDR) eingereicht. Podolskis Management möchte, dass die nach seiner Ansicht «niveaulose» Sendung gestoppt wird. Der WDR hat dies abgelehnt und strahlt weiterhin das «Podolski-Tagebuch» aus. Comedy sei ein gängiges und anerkanntes Stilmittel in den Programmen des WDR, hieß es in einer Stellungnahme des Senders. Diese Sendeformen hätten selbstverständlich nicht den Zweck, die persiflierten Personen zu verunglimpfen, sie herabzusetzen oder ihre Persönlichkeitsrechte zu verletzen. «Der WDR lässt sich seine journalistische Arbeit nicht einschränken und wird die Eins Live Comedy über Lukas Podolski fortsetzen», hatte WDR-Hörfunkdirektorin Monika Piel betont.
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