Stichwort: Autokorso
Stuttgart (dpa) - 23.06.2006, 10:08 Uhr
Nach dem Spiel Deutschland - Ecuador fährt ein Autokorso über den «Kudamm».
Zur Fußball-WM ist er in voller Fahrt: der Autokorso. Er ist der Auftakt für WM-Jubelfeiern nach Siegen der Fußballmannschaften, wenn zahlreiche Autos hintereinander laut hupend durch die Innenstädte fahren. Auch bei Hochzeiten bilden sich Mini-Korsos. Der Korso hat eine lange Tradition. Vor dem 18. Jahrhundert stand er in Italien für Wettrennen reiterloser Pferde und später für festliche Umzüge mit Wagen und Gespannen. Das Wort stammt vom lateinischen «cursus» (Lauf, Fahrt) und entwickelte sich im Italienischen zu «corso» für Lauf und Umzug. Die Fest- und Karnevalsumzüge gaben in den größeren Städten Italiens oft der Hauptstraße den gleichen Namen. Die bekannteste ist die Hauptachse der römischen Innenstadt, die Via del Corso.
Obwohl der Autokorso eigentlich als Demonstration gilt, für die eine Anmeldung notwendig wäre, dulden die Behörden meist die spontanen Autokolonnen. Abgeriegelt wird die Korso-Strecke nur, wenn zu viele Autos auf eine Straße drängen. Eingegriffen wird auch, wenn sich Autofahrer zu weit aus dem Fenster lehnen oder nicht angeschnallt sind. Beliebte Korso-Straßen sind zum Beispiel der Berliner Kurfürstendamm, die Münchner Leopoldstraße oder die Stuttgarter Theodor-Heuss-Straße. Was für die einen Ausdruck für Freude ist, nervt vor allem Anwohner: Durchschnittlich macht eine einzelne Autohupe einen Lärm von 90 Dezibel - das entspricht in etwa dem Geräusch, das ein vorbeifahrender Lastwagen macht.
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