Das Fußball-Fieber in Deutschland hat auch die kickenden Weltmeisterinnen erfasst. «Das Fieber hat mich gepackt. Ich drücke unseren Männern ganz doll die Daumen», meinte Torhüterin Silke Rottenberg.
Sie wird in der neuen Saison vom Vizemeister FCR Duisburg zum UEFA-Cup-Sieger 1. FFC Frankfurt wechseln. Besonders mit Jens Lehmann fiebert sie. «Was zu halten war, hat er gehalten. Aber es ging ihm ähnlich wie mir bei der WM 2003: Er hatte wenig zu tun, aber zwei waren eben drin. Man kommt gar nicht richtig ins Turnier, wenn es so wenig zu tun gibt», sagte die 118-malige Nationalspielerin beim «Women's Day» in Berlin. «Umso mehr wünsche ich ihm, dass er gegen Schweden zeigen kann, was er drauf hat.»
Neidisch auf die im Lande entfachte Euphorie ist Silke Rottenberg nicht. «Ich bin nicht eifersüchtig. Ich freue mich, dabei zu sein und war schon häufig auf der Fan-Meile in Köln, um die Stimmung zu genießen», sagte sie und verwies darauf, dass die deutschen Fußball- Frauen nicht mehr wie früher ein Mauerblümchen-Dasein führen. «Bei der WM 2003 haben immerhin 13 Millionen Menschen an den TV-Geräten unser Spiel gegen die USA gesehen.»
«Natürlich stehen wir noch immer ein wenig im Schatten der Männer. Aber mit dem zweiten WM-Titel im kommenden Jahr in China kann sich das ändern», sagte Torjägerin Conny Pohlers vom Meister 1. FFC Turbine Potsdam. Sehr ungünstig findet sie allerdings, dass die Spiele zur frühen Morgenstunde in Europa stattfinden. «Da besteht natürlich die Gefahr, dass wir nicht so richtig wahrgenommen werden.»