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Lehmanns Nervenduell gegen Ljungberg

Berlin (dpa) - 22.06.2006, 14:56 Uhr

Jens Lehmann will gegen Schweden kein weiteres Tor kassieren.
Jens Lehmann will gegen Schweden kein weiteres Tor kassieren.

Im Achtelfinale könnte die erste große WM-Stunde von Jens Lehmann schlagen, doch ausgerechnet sein Vereinskamerad Fredrik Ljungberg will das verhindern.

«Er musste mir nicht extra sagen, dass er gerne ein Tor gegen mich machen würde. Das weiß ich auch so», sagte Lehmann zwei Tage vor dem Duell in München mit seinem für Schweden spielenden Vereinskollegen vom FC Arsenal London.

Die deutsche Nummer 1 strahlte in seinen ersten 270 WM-Minuten zwar Sicherheit aus, aber auszeichnen konnte sich der 36-Jährige noch nicht. Doch im ersten K.o.-Duell der Weltmeisterschaft rückt der Torhüter stärker in den Fokus. Ein Patzer von Lehmann kann das WM-Aus bedeuten, eine Glanzparade das Viertelfinale sichern - und im möglichen Elfmeterschießen wird der Schlussmann sogar zum wichtigsten Mann. «Jetzt kommt der Zeitpunkt, wo der Druck steigt», erklärte Lehmann zwei Tage vor der großen Bewährungsprobe.

Bislang stand er als Torwart beim Klinsmann'schen Hurra-Fußball im Schatten der Feldspieler. Beim 4:2 gegen Costa Rica gab es bei «zweieinhalb Chancen zwei Tore» (Joachim Löw), beim 1:0 gegen Polen wurde er gar nicht ernsthaft geprüft. Im Gruppen-Finale gegen Ecuador war Lehmann bei Flanken sicher, wehrte einige Distanzschüsse ab, aber so genannte Unhaltbare musste er - anders als Oliver Kahn 2002 - in der Vorrunde noch nicht entschärfen.

Die meisten Blicke zog der Keeper bislang bei Behandlungspausen auf sich. Im Eröffnungsspiel verletzte er sich bei einem Hüpfer während der Schweigeminute vor dem Anpfiff am Sprunggelenk, gegen Ecuador wurde er in der 40. Minute an der Hüfte getroffen. Alles kein Problem, meinte Lehmann. Er fühle sich topfit.


Lehmanns Situation bei der Heim-WM ist völlig konträr zu der seines Rivalen Kahn vor vier Jahren in Asien. Der als Nummer 1 ausgemusterte Kahn führte die deutsche Mannschaft damals als «Titan» mit überragenden Leistungen und nur einem Gegentreffer bis ins Finale. Zu Glanztaten hatte Lehmann in München, Dortmund und Berlin noch keine Gelegenheit. «Die Tatsache, dass ich persönlich nicht so viele spektakuläre Paraden machen musste, ist eigentlich gut. Die spricht für die Mannschaft», meinte der Londoner.

Um Kahns deutschen WM-Rekord - drei Gegentore in sieben Spielen - zu verbessern, dürfte Lehmann in den maximal noch vier Partien keinen Ball mehr ins Netz lassen. Die weiße Weste will er zunächst gegen Ljungberg & Co. behalten - auch bei einem möglichen Elfmeterschießen: Sein Vereinskollege ist einer der fünf schwedischen Schützen.

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