GRENZVERKEHR: Deutschlands Nationalkeeper Jens Lehmann hat den schwedischen Stürmerstar Fredrik Ljungberg schon mal zum eigenen Siegesfest nach dem Achtelfinale zwischen beiden Ländern in München eingeladen. Der Stockholmer Zeitung «Aftonbladet» verriet Lehmann weiter, dass sein Clubkamerad von Arsenal London ihm das ganze Fest höchstpersönlich mit zwei Toren für die Skandinavier vermiesen wolle. Beide Spieler schicken sich aus ihren jeweiligen Trainingslagern in Berlin und Bremen regelmäßig SMS-Textmitteilungen über das Handy zu. Lehmann nannte Ljungberg einen «sehr guten Freund und einen schrecklich unangenehmen Gegenspieler». SCHWEIZ IM GLÜCK: Wenn das kein gutes Omen ist: Die Fußball- Nationalmannschaft der Schweiz kann vor dem letzten Gruppenspiel gegen Südkorea am Freitag in Hannover im Hotel «Schweizerhof» übernachten. Das Haus ist eines von zwei Hotels, die der Fußball- Weltverband FIFA in Hannover gebucht hat. Alle A-Mannschaften wohnen im «Schweizerhof», alle B-Teams im «SAS Radisson». Weil die Ansetzung offiziell Schweiz - Südkorea lautet, dürfen die Eidgenossen in «heimischer Umgebung» bleiben. WÜMME-SÜCHTIG: Die Karibik-Kicker von Trinidad und Tobago brechen nach dem WM-Aus ihre Zelte in Deutschland möglicherweise nicht so schnell wie erwartet ab. Weder bei der Stadt Rotenburg an der Wümme, noch im Hotel oder am Bremer Flughafen ist ein Abreisetermin bekannt. «Die haben bis zum 24. gebucht», sagte ein Sprecher der Stadt am Mittwoch. Die Wahl-Rotenburger wollen sich durch den letzten Platz in der Gruppe den Spaß auf dem flachen Land im Niedersächsischen nicht verderben lassen. «Wir machen heute noch Party», hieß es. MAMAS VOR: Trinidad und Tobagos WM-Elf hat möglicherweise das WM-Achtelfinale verpasst, weil Trainer Leo Beenhakker nicht auf Spielermütter hören wollte. Das heimische Magazin «Newsday» zitierte nach der abschließenden 0:2-Niederlage gegen Paraguay die Mutter von Mittelfeldspieler Dwight Yorke mit «stark verärgerter» Kritik am Coach: «Wieso hat er Shaka Hislop nicht gebracht? Der hatte doch klasse gehalten». Gail Lawrence, lange Zeit Erziehungsberechtigte von Abwehrspieler Dennis Lawrence, monierte die Nichteinwechslung von Veteran Russell Latapy. Der hätte Sicherheit gebracht, meint sie. Die Mama von Carlos Edwards wenigstens lobte die erfolgreichen Anstrengungen der Nationalelf aus der Karibik, ihr kleines Land «größer wirken zu lassen». EHETAUSCH: Trotz aller Anspannung vor dem entscheidenden dritten Gruppenspiel gegen die USA denkt Ghanas Nationaltrainer Ratomir Dujkovic fest an sein Eheglück. Bei einem Besuch im Herzogenauracher Shop des WM-Ausrüsters Puma tauschte Dujkovic höchstpersönlich die Schuhe seiner Frau um. Die Trainerfrau hatte sich die Schuhe bei einem Einkaufsbummel wenige Tage vorher eine Nummer zu klein gekauft. Nach dem unerwarteten 2:0-Sieg der Afrikaner über Tschechien ist Ghana der heißeste Anwärter aller afrikanischen WM-Teams auf einen Einzug ins Achtelfinale. UNSCHULDIG: Costa Ricas Torwart José Francisco Porras ist nach eigenen Worten «ziemlich traurig» darüber, in der Statistik dieser WM als der Keeper mit den bislang meisten Gegentoren geführt zu werden. «Dabei sind mir keine dicken Schnitzer unterlaufen», betonte der 35-Jährige. Bei einigen der insgesamt neun Gegentreffer habe die gesamte Abwehr versagt. Nur beim 1:2 gegen Polen habe er bei einem Tor schlecht ausgesehen, räumte Porras ein. Die eigentliche Schuld habe jedoch beim Schiedsrichter gelegen. «Der Referee hätte vorher einen Freistoß für uns geben müssen.» ANKE GUCKT ANDERS: TV-Moderatorin Anke Engelke (40) hat ihre privaten Fernsehgewohnheiten wegen der Fußball-Weltmeisterschaft komplett umgestellt. Normalerweise sehe sie kaum fern, sagte sie in Köln. Doch nun ist alles anders. «Ich gucke viele Spiele und gehe in Köln ins Stadion. Ich bin ein großer Fußball-Fan!», berichtete die Komikerin und Schauspielerin. Engelke hat zwei Lieblings-Teams. «Ich mag vor allem die schwedische und die deutsche Mannschaft, die Engländer eher weniger.» Aber auch sonst wird kein Spiel ausgelassen: «Wir gucken immer mit der ganzen Familie und es wird gegrillt. Das ist ein großes Hallo.» HEISSBLÜTIG: Viele Spanierinnen haben die Fußball-WM satt. Alles drehe sich nur noch um das Turnier, von ihren Ehemännern und Freunden würden sie ignoriert. Die WM habe ein wahres «Testosteron-Gewitter» ausgelöst, beklagt eine Gruppe Frauen, die ihrem Ärger auf einer Internet-Seite (www.nomasfutbol.es) Luft macht. Romantische Nächte zu zweit seien ersetzt worden durch sinnloses Geschrei, nur weil 22 Männer nichts Besseres zu tun hätten, als von einer Seite zur anderen einem Ball hinterher zu rennen, heißt es dort. «Wir wollen, dass die Männer den Fußball vergessen und stattdessen mit uns spielen» fordern sie. DEUTSCHLAND VERHÜLLT: Fahnen, Hüte und Schminke reichen nicht mehr: Die Fans sind bis in die Haarspitzen begeistert von der deutschen Nationalmannschaft. Immer häufiger sind Perücken in den Landesfarben zu sehen, zum Beispiel beim Fanfest in Gelsenkirchen oder in der Kölner Fanmeile. Mal punkig in Irokesen-Form, mal schulterlang, mal kleingelockt in Dauerwellen-Optik. SUPERKULISSE: Viele WM-Gäste und Dortmund-Neulinge halten eine riesige Stadionkulisse am Dortmunder Hauptbahnhof für das echte Stadion. «Viele fragen, wer denn gerade spielt», sagte eine Mitarbeiterin der städtischen Touristeninformation. Der Grund für die Verwirrung: Die 110 Meter breite und 20 Meter hohe Stadionkulisse zeigt auf bedrucktem Stoff Fotos begeisterter Fangruppen von Borussia Dortmund während eines Heimspiels auf den Stadiontribünen. Aus Lautsprechern ertönen dazu Ausschnitte aus Original-Reportagen von wichtigen WM-Spielen sowie Fangesänge. Das «Stadion am Bahnhof» ist offizieller Beitrag zum Kunst- und Kulturprogramm der Bundesregierung zur Fußball-WM. ZU GAST BEI QUALMENDEN FREUNDEN: «Es ist schrecklich hier. Überall wird geraucht in Restaurants», sagte zum Beispiel der schwedische Fan und Lehrer, Pieter Sjösten (35) aus Malmö, in Düsseldorf. In Schweden und anderen europäischen Ländern herrscht in Bars und Restaurants striktes Rauchverbot. Fans von dort sind oft über die deutsche Lockerheit in Sachen Rauchen erstaunt. FERNHILFE: Kambodschas Regierungschef Hun Sen hat sich als Anhänger der deutschen WM-Elf geoutet. Bei einem Wirtschaftstreffen agte der Premier, die TV-Übertragung vom Gruppenspiel der WM-Gastgeber gegen Ecuador (3:0) habe ihn «in einen Fan der Deutschen verwandelt». «Ich gratuliere Deutschland zu diesem Sieg. Jetzt wünsche ich dem Land auch den WM-Titel», hieß es in der vom Rundfunk übertragenen Rede weiter.» Andere Länder müssten nun ein bisschen besorgt sein. Das gelte aber nicht für Kambodscha. «Wir sind ja nicht qualifiziert», begründete Hun Sen seine Sicht des Weltfußballs. GESPRENGT: Die Polizei in Hongkong hat einen illegalen Wettring gesprengt. Sie nahm während der laufenden Übertragung des Spiels England gegen Schweden (2:2) zwei Männer in einer Wohnung fest, die dort Wetteinsätze von 1,5 Millionen Dollar (950 000 Euro) gehortet hatten. Beim Eröffnungsspiel Deutschland gegen Costa Rica (4:2) waren während einer Razzia acht Männer wegen illegaler Wettaktivitäten festgenommen worden.
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