Klinsmann lobt tapferen Kahn
Berlin (dpa) - 21.06.2006, 14:23 Uhr
Oliver Kahn beobachtet von der Bank das Geschehen auf dem Platz.
Den Ort des 3:0-Sieges gegen Ecuador verließ er als Erster, doch für Bundestrainer Jürgen Klinsmann ist Oliver Kahn auch weiterhin der wichtigste Reservist. «Oliver Kahn ist federführend, wie er sich einbringt, wie er nach den jungen Spielern schaut. Das ist vorbildhaft», sagte Klinsmann in Berlin über den Ersatztorwart, dem der Trainerstab auch einige Freiheiten einräumt. Beim Spiel gegen die Südamerikaner saß Kahn als einziger Ersatzmann ohne das obligatorische gelbe Leibchen auf der Auswechselbank, das den Träger auch optisch sofort als Ersatzmann kennzeichnet. Im Training trabte die tapfere Nummer 2 beim Abschlussspielchen locker aus und überließ den Platz zwischen den Pfosten seinem Vertreter Timo Hildebrand sowie Torwarttrainer Andreas Köpke. Kahn weiß zwar wie viele Feldspieler inzwischen auch, dass sie bei der Heim-WM über die Rolle als Lückenfüller kaum mehr hinaus kommen werden. Die Turnier-Stammelf steht nach der Vorrunde. Gerade deshalb unterstrich Klinsmann drei Tage vor dem Achtelfinale gegen Schweden erneut, wie wichtig es sei, dass die Ersatzspieler «hungrig bleiben und lauern» - was Kahn nach seiner Einschätzung tut.
Wie hungrig die Akteure aus der zweiten Reihe sind, war auch beim eigentlich unbedeutenden Vormittagstraining zu erkennen. Christoph Metzelder musste wegen einer Schienbeinprellung behandelt werden, auch Gerald Asamoah bekam was auf die Socken. Wegen unterschiedlicher Ansichten über die auch im Reservisten-Kreis geübte Vierer-Kette geriet schließlich Asamoah sogar mit Sebastian Kehl aneinander. «Eine Zwei-Klassen-Gesellschaft gibt es nicht. Jeder weiß, dass er von großer Wichtigkeit ist für die Gruppe. Wir trainieren individuell für die, die nicht so im Spielrhythmus sind», sagte Klinsmann. Wie wichtig die Reservisten sind, beschrieb Huth, der nach zwei Spielen auf der Bank gegen Ecuador zum ersten WM-Einsatz gekommen war. «Die Spieler, die nicht gespielt haben, pushen auch die Spieler, die spielen.» Gegen Schweden wird Huth wieder Stammkraft Metzelder in der Innenverteidigung anfeuern dürfen.
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