«Huuuth» ist zurück
Berlin (dpa) - 20.06.2006, 19:25 Uhr
Robert Huth (l) macht sich gegen Ecuadors Felix Borja ganz breit.
Endlich wieder «Huuuth»: Fußball-Nationalspieler Robert Huth hat ausgerechnet in seiner Geburtsstadt Berlin gegen Ecuador ein überzeugendes WM-Debüt gefeiert. Der 21 Jahre alte Innenverteidiger zeigte beim 3:0 (2:0) über die Südamerikaner als Ersatz für den geschonten Christoph Metzelder eine konzentrierte, zweikampfstarke Vorstellung und wurde von den deutschen Fans im Olympiastadion wie schon beim Confederations Cup vor einem Jahr immer wieder mit «Huuuth»-Sprechchören angefeuert. Bei der WM-Generalprobe vor einem Jahr war der Wahl-Engländer nach anfänglich heftiger Kritik gar zur Kultfigur aufgestiegen. Huth erwies sich in seinem 17. Länderspiel (2 Tore) als eine gute Option für Metzelder, der mit der Gelben Karte vorbelastet war und zudem zuletzt an einer leichten Knieblessur laboriert hatte. «Es ist wichtig, dass wir als Sieger vom Platz gegangen sind. Wir haben gut gespielt. Ich habe mir sicher keine Steine in den Weg gelegt für die nächsten Spiele», betonte Huth.
Jürgen Klinsmann erklärte, er sei mit dem England-Legionär «sehr zufrieden» gewesen. «Für uns war wichtig, dass Robert ins WM-Turnier gefunden hat und einfach weiß, dass wir ihn brauchen. Und wir wissen, dass er für besondere Fälle bei schnellen Stürmern wie einem Thierry Henry noch ganz wichtig werden kann», so der Bundestrainer. Zugleich stellte er aber klar, dass Huth im Achtelfinale aber zunächst wieder den Platz auf der Bank einnehmen muss: «Dann wird ,Metze' wieder spielen.» Der diesmal geschonte Dortmunder lobte den Stellvertreter ebenfalls: «Robert hat heute ganz sicher Selbstvertrauen getankt.» Unmittelbar vor seinem Abwehrpartner Per Mertesacker, mit dem er als einziger Deutscher alle 480 Spielminuten beim Confed-Cup absolviert hatte, war Huth mit starren Gesichtszügen auf den Rasen marschiert. Der frühere Spieler des 1. FC Union Berlin wirkte auch beim Erklingen der Nationalhymne sehr angespannt und sang im Gegensatz zum Großteil der Teamkollegen nicht mit. Noch übernervös ging der 21-Jährige nach 109 Sekunden beim ersten Ball-Kontakt zu Werke - er spielte das Leder ins Seitenaus. |