Der 444. deutsche Länderspiel-Sieg in der 30. Begegnung unter Klinsmann war das Produkt einer geschlossenen Leistung der gesamten Mannschaft, in der Ballack und Klose die Glanzlichter setzten. Mit seinem fünften Doppelpack im DFB-Trikot trat der Bremer endgültig den Nachweis an, dass er zu einem Weltklasse-Stürmer gereift ist. Der 28-Jährige beschäftigte bis zu seiner Auswechslung nach 66 Minuten ständig mehrere Gegenspieler und schoss aus allen Lagen. Mit seinem insgesamt neunten WM-Treffer zog der Bundesliga-Torschützenkönig in der deutschen Bestenliste mit Uwe Seeler und Karl-Heinz Rummenigge gleich und hat jetzt nur noch Gerd Müller (14), Klinsmann (11) und Helmut Rahn (10) vor sich. Hinter dem kaum zu stoppenden Klose zog Ballack in gewohnter Manier die Fäden. Der Kapitän setzte mit seinen Pässen Klose und Podolski immer wieder wirkungsvoll in Szene. «Beide gehen einen hohen Rhythmus und werden dafür mit Toren belohnt. Je weiter es im Turnier geht, desto schwieriger wird es jedoch Tore zu erzielen. Deshalb müssen sie dann noch stärker sein», betonte Klinsmann. Die zu Turnier-Beginn heftig kritisierte Defensiv-Abteilung hat nun offenbar die nötige Stabilität für ein erfolgreiches WM- Abschneiden gefunden. Obwohl Klinsmann mit dem Einsatz von WM-Neuling Robert Huth für den gelb-belasteten Christoph Metzelder seine Vierer-Kette umformierte, ließ die Abwehr die Ecuadorianer auch wegen der Unterstützung des Mittelfelds kaum zur Entfaltung kommen. Huth kämpfte sich bei seinem Einstand gegen Felix Borja mit großem Einsatz in die Partie und gab kaum einen Zweikampf verloren. Wie der Wahl-Engländer wurde auch Lokalmatador Arne Friedrich vom Berliner Publikum immer wieder mit Sprechchören gefeiert. Gleich vier überraschende Änderungen hatte Ecuadors Trainer Luis Suarez vorgenommen, der unter anderem die zweifachen Torschützen Carlos Tenorio und Agustin Delgado sowie Abwehrchef Ivan Hurtado draußen ließ. Auf diese Weise geschwächt, hatten die Südamerikaner dem deutschen Offensiv-Wirbel nur wenig entgegen zu setzen. Die deutsche Mannschaft erwischte wie im Eröffnungsspiel gegen Costa Rica einen Bilderbuchstart. Nach einer Ballstafette über Schneider, Per Mertesacker und Bastian Schweinsteiger traf Klose per Direktabnahme und erzielte damit das schnellste deutsche WM-Tor seit 1978, als Rüdiger Abramczik bereits in der 2. Minute zum 1:0 gegen die Niederlande (Endstand 2:2) erfolgreich gewesen war. Auch bei Kloses zweitem Treffer eine Minute vor der Halbzeit wurde das blendende Spielverständnis mit Ballack offenkundig. Der Bremer ersprintete einen Pass des Regisseurs, zog mit dem Ball an Giovanny Espinosa und Mora vorbei und schlenzte zum 2:0 ins Tor. Nach dem Wechsel platzte dann auch bei Podolski der Knoten.
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