Berlin (dpa) - 20.06.2006, 17:02 Uhr
Das Fach Fußball steht derzeit zwar nicht offiziell auf dem Stundenplan an den deutschen Schulen, doch wird der Unterricht um manchen Aspekt rund um die Weltmeisterschaft bereichert.
Die WM sei das wichtigste Thema gleich nach dem Abitur, hieß es im Karl-von-Closen-Gymnasium im niederbayerischen Eggenfelden. «Bei uns unterrichten sogar einige Lehrer in den Nationaltrikots», sagte Sportlehrer Johannes Deragisch. Für die Deutschland-Spiele wurde eine Großleinwand in der Aula aufgebaut.
Im Gymnasium der Regensburger Domspatzen führt die WM zu einem verstärkten Interesse an Erdkunde. «Bei uns bilden sich ganze Trauben vor den großen Landkarten», schilderte der stellvertretende Schulleiter Wolfgang Judmann. Die Kinder suchten darauf die WM- Teilnehmerländer und ihre Flaggen.
Eine strengere Linie wird im St.-Anna-Gymnasium in München vertreten: Mehrere Schüler seien am Dienstag ins Direktorat gekommen, um darum zu bitten, am Nachmittag frei zu bekommen, schilderte Direktorin Ingrid Neuner. Doch das sei nicht machbar. Immerhin sei im Juli Notenschluss, und bis dahin müssten die Schulaufgaben sinnvoll verteilt sein. «Wenn wir im Finale sind, können wir noch mal über Fußballfrei reden», versprach sie jedoch.
In der Koblenzer Goethe-Hauptschule wird im Mathematik-Unterricht ausgerechnet, wie die Mannschaften spielen müssen, um eine Runde weiter zu kommen. «Hinzu kommt Länderkunde zu den teilnehmenden Nationen», sagte Schulleiter Ralf Marenbach.