WM IM KNAST: 350 zusätzliche Fernseher sind im Tihar-Gefängnis in der indischen Hauptstadt Neu Delhi für die Zeit der WM installiert worden. Wie die Gefängnisleitung nach Angaben der Nachrichtenagentur INSA meinte, könnte dies bei 13 162 Insassen in einem der größten Gefängniskomplexe der Welt die Gefühle von «Depression und Einsamkeit vermindern sowie die Empfänglichkeit für Reformprogramme in der Haftanstalt verstärken». Mit Abstand am populärsten unter den Gefangenen ist Brasiliens WM-Mannschaft. Es werde während der Übertragungen aus Deutschland kräftig geklatscht und gejubelt, im Bedarfsfall auch still gebetet. KAFFEETAFEL: Einen Tag vor dem Finale der Fußball- WM laden die Berliner am 8. Juli 1500 WM-Besucher zu einer Kaffeetafel am Boulevard Unter den Linden ein. Damit können sich die Bürger der Stadt bei den Gästen aus aller Welt «für ein unvergessliches Ereignis bedanken», kündigte der Verein Werkstatt Deutschland am Dienstag an. Auch Prominente werden zu der Tafel unter freiem Himmel erwartet. Je zwei Berliner sollen persönliche Gastgeber für sechs ausländische Gäste sein. AUSSIES VOR: Die australische Fußball-Nationalmannschaft steht bei den Lesern der offiziellen FIFA-WM-Webseite hoch im Kurs. Mehr als 70 Prozent der Leser, die sich an einer Umfrage zum möglichen Gruppenzweiten hinter Brasilien beteiligten, tippten auf die «Socceroos». Nur 20 Prozent favorisieren Kroatien, lediglich 10 Prozent Japan. Die Zuversicht für ein Weiterkommen der Australier war in allen Sprachausgaben ähnlich hoch. Nur in der japanischen Ausgabe glauben noch 42 Prozent an ein Weiterkommen der eigenen «Blue Samurai», 40 Prozent der Japaner setzten allerdings auch dort auf Australien. Insgesamt gaben 23 052 Leser ihre Stimme ab. AUSSIE-FIEBER: Seit die australische Fußball-Nationalmannschaft bei der WM für Furore sorgt, sind heimische Sport- und Musikstars sowie Politiker vom Fußballvirus befallen. Weltklasseschwimmer Ian Thorpe, Formel-1-Rennfahrer Mark Webber und die Sänger Brian McFadden sowie Delta Goodrem haben auf der Webseite «www.fifaworldcup.com» Kolumnen geschrieben. Premierminister John Howard meldet sich täglich in den Medien zu Wort. Und Außenminister Alexander Downer hat seinen Besuch zum entscheidenden Gruppenspiel der «Socceroos» gegen Kroatien am Donnerstag in Stuttgart angekündigt. UNBEKANNTER VEREINSKAMERAD: Beim ersten WM-Spiel zwischen Togo und der Schweiz kam es am Montag zum Zusammentreffen zweier Vereinskameraden von Bayer Leverkusen. Der Schweizer Tranquillo Barnetta, der eine überragende Rückrunde in der Fußball-Bundesliga spielte, traf auf den 18 Jahre alten Togoer Assimiou Toure, der erstmals bei der WM in der Startformation stand. Toure stammt aus der A-Jugend von Bayer und soll in der kommenden Saison die Regionalliga- Elf verstärken. «Ich weiß, dass er in Leverkusen spielt. Ich habe ihn wahrgenommen, aber ich kenne ihn eigentlich gar nicht», sagte Barnetta. SATELLITENHILFE: Der Weg zum Tor auf dem Fußballplatz ist in der Regel nicht schwer zu finden. Der Weg zum Stadion hingegen schon, wenn man sich wie viele ausländische oder auswärtige Besucher auf diverse Navigationssysteme verlassen will. Allianz Arena in München? Kennt die Technik nicht. FIFA WM-Stadion? Keine Reaktion. Und unter der Rubrik Sport? Nein. Sehenswürdigkeiten? Nichts. Liegt die Arena vielleicht außerhalb der Stadtgrenze? Flottmaning? Flöttmaning? Ah, Fröttmaning... Auch Fehlanzeige. Dafür gibt es altmodische Hilfe: Weiße Schilder mit einem Ball und dem Wort «Arena» sind an allen großen Kreuzungen angebracht.
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