Die «tierischen» Seiten der WM
Berlin (dpa) - 20.06.2006, 14:11 Uhr
Malermeister Druzgala streicht in Bayern Kuh «Tulpe» Schwarz-Rot-Gold an.
Zum letzten Vorrunden-Spiel Deutschlands gegen Ecuador haben nicht nur die Fans Farbe bekannt. Der Münchner Malermeister Robert Druzgala schminkte eine Kuh in den Deutschlandfarben. Das wohl eher unfreiwillig patriotische Tier mit Namen «Tulpe» soll bis zum Abend des Spieltages auf der Weide eines Irschenberger Bauernhofs grasen, ehe die hautverträgliche Farbe mit viel Wasser wieder weichen sollte. Bei der Malaktion handelte es sich um den PR-Gag eines bayrischen Radiosenders. In Hannover ist es zu einer ersten Protestaktion gegen massive WM-Belastungen für Tiere gekommen. Ein Polizeipferd verweigerte inmitten angetrunkener und infantil feiernder Fans den Dienst und nahm mit seinem müden, aber auch breiten Pferdehintern auf der Kühlerhaube eines Autos Platz. «Verzweifelte Bemühungen» der reitenden Beamtin hätten nichts daran ändern können, dass nun 750 Euro Schadenersatz fällig seien, hieß es im Polizeibericht.
Vorher gab es schon Klagen vom Tier- und Naturschutzverband (ETN) über die Bemalung von wehrlosen Vierbeinern in allerlei Nationalfarben. In den Niederlanden sei es «Tradition», Dackel, Meerschweinchen und andere handliche Haustiere orange einzufärben. Journalistische Schreibtischtäter verübten Rufmord mit der erfundenen Geschichte, dass Potsdamer Frösche Ukraines WM-Spielern mit ihrem Quaken Schlaf und Kraft in den Beinen geraubt hätten. Und schließlich kam die Mitteilung aus dem Berliner Tierpark Friedrichsfelde, ein zur WM geborener Elch werde «Gustav» heißen - wie der König von Schweden. Aber die heißen nach einer alten schwedischen Sitte von Geburt an erst einmal «Gustaf», und zwar so lange sie leben. Erst mit dem Tode werden sie zu «Gustav».
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