Dagegen nörgelte Deuschlands Nummer eins, Jens Lehmann. «Der Ball ist sehr schnell, aber bei Regen nicht sehr angenehm. Dann fängt er an zu flattern. Er fühlt sich an wie Plastik, bei Regen ist er besonders glitschig», sagte der Torwart, dessen Club Arsenal London von Nike beliefert wird. Sein englischer Kollege David Robinson, der ebenfalls vom US-Konzern ausgestattet wird, äußerte sich ähnlich: «Das Ball ist sehr undankbar, ändert in der Luft öfter die Richtung und fühlt sich an wie ein Plastikball.» Auffällig ist bei dieser WM die große Zahl an Treffern durch Schüsse außerhalb des Strafraums: 15 Mal waren Spieler mit ihren Versuchen aus der Ferne erfolgreich, was einer Quote von 20 Prozent entspricht. In Südkorea und Japan waren im gesamten Turnier 15 Tore durch Weitschüsse gefallen. Die Quote lag bei 9,31 Prozent. «Für uns Spieler ist er gerade für Weitschüsse hervorragend geeignet. Wenn man ihn richtig trifft, fallen die schönsten Tore», bestätigt Torsten Frings, der mit einem Schuss aus gut 20 Metern den 4:2-Endstand im Eröffnungsspiel gegen Costa Rica markierte und den Ball nach dem Abpfiff stibitzte. Der Ball ist heute ein High-Tech-Produkt. Drei Jahre hat Adidas am «Teamgeist» gefeilt und ihn intensiven Tests unterworfen. Das Besondere: Der Ball hat weniger Nähte als alle seine Vorgänger. Früher bestanden die Bälle aus bis zu 32 Vielecken, beim «Teamgeist» sind es nur 14 Teile. Zudem ist das Ventil so konstruiert, dass auch die kleinste Unwucht vermieden wird. Ball-Neubesitzer Frings kritisierte, die Kugel sei zu stumpf und bleibe des öfteren an den Schuhen hängen. Aber letztlich wusste er auch, was er dem Ausrüster der Nationalmannschaft schuldig ist: «Er ist ja von unserem Sponsor: Er ist schon der beste.»
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