Berlin (dpa) - 19.06.2006, 17:29 Uhr
Im Prinzip hätte Jorge Geacoman einen guten Boxer abgegeben - allerdings im Superfliegengewicht. «Ich bringe ganze 52 Kilo auf die Wage», sagt der 67-Jährige aus Ecuador.
Auch sonst strahlt der Elektriker aus Quito die Leichtigkeit des Seins aus, nur gelegentlich erhebt er die Stimme im Fan-Trubel der Fußball- Weltmeisterschaft. Eher unbekümmert berichtet er über sein Leben in Quito, wo er mit 400 Euro im Monat auskommen muss.
Mit seinen Zweifeln, ob die Nationalelf aus den Anden wirklich tauglich für das Finale ist, hält Geacoman nicht hinter dem Berg. «Wer bei 4100 Meter über dem Meeresspiegel gewinnt, muss auch zeigen, das er es auch ebenerdig kann», sagt Geacoman, unbeeindruckt von den jüngsten Erfolgen der Mannschaft.
Etwas energischer wird Jorge allerdings, wenn er auf die Politiker seiner Heimat zu sprechen kommt. «Die haben mein Land in den Ruin getrieben.» Den Namen des Staatspräsidenten hat er ohnehin vergessen. Erst als er in die Runde der Ecuador-Fans fragt, fällt jemandem ein, dass der oberste Mann in der Andenrepublik Alfredo Palacio heißt.