Mit vier Jahren tappen die meisten Jungs allenfalls einem Fußball hinterher. Wassim Memni dagegen darf mit seinen vier Lenzen schon zu allen WM-Gruppenspielen der tunesischen Nationalmannschaft in Deutschland reisen.
Lächelnd thronte er in Stuttgart auf einem parkenden silbernen Geländewagen und hält die rote Flagge mit Stern und Halbmond fest umklammert. Am Abend wollte er im Nationaltrikot seine favorisierte Elf gegen Spanien im Gottlieb-Daimler-Stadion anfeuern.
Mit dem Auto sind Wassim und seine Großfamilie nach Deutschland gereist. «Wir müssen ja von Spielort zu Spielort kommen», sagt der Vater, während er die arabische Musik im Auto aufdreht und mit dem Tanzen beginnt. «Wassim kann zwar noch nicht laut schreien, aber dafür lernt er so schon in der Jugend, wie man gut Fußball spielt.» Tunesien werde wohl aber nicht ins Finale kommen. «Das gewinnen die Argentinier gegen die Deutschen.»
Den wohl besten Platz im Stadion hat sich Wassim zu allen drei WM- Spielen schon reserviert. «Er fängt immer an zu quengeln, wenn er am Boden steht. Deshalb nehme ich ihn 90 Minuten auf die Schultern», sagt der Vater. «Das ist ja in den Massen auch nicht so schlecht, weil er dann nicht zerdrückt wird.»