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DFB-Team verspricht gegen Ecuador dritte WM-Show

Berlin (dpa) - 18.06.2006, 15:32 Uhr

Jürgen Klinsmann (l) achtet im Training auf seinen Kapitän Michael Ballack.
Jürgen Klinsmann (l) achtet im Training auf seinen Kapitän Michael Ballack.

Jürgen Klinsmann und seine Spaß-Fußballer versprechen der weiter wachsenden Schar der deutschen Fans eine dritte große WM-Show gegen die ebenfalls schon in der K.o.-Runde stehenden Ecuadorianer.

Obwohl die Qualifikation für das Achtelfinale bereits geschafft ist und der Bundestrainer über einige personelle Veränderungen im deutschen Team nachdenkt, soll der mutige und offensive Stil auch im Gruppenfinale durchgezogen werden. «Wir wollen nicht taktieren, sondern mit einem Erfolgserlebnis ins Achtelfinale», erklärte Klinsmann-Assistent Joachim Löw. «Bei uns ist absolut Ecuador im Kopf», betonte auch Torsten Frings, dass im DFB-Lager noch nicht intensiv über die möglichen Achtelfinal- Gegner England oder Schweden diskutiert wird.

Das Signal für die Konkurrenten in der Alles-oder-Nichts-Phase wollen Michael Ballack und Co. vor 72 000 Fans im ausverkauften Berliner Olympiastadion gegen Südamerikas Nummer drei setzen. «Wir können uns großen Respekt aufbauen», bemerkte Ballack, der die Euphorie-Welle im WM-Land weiter schüren will. «Wir freuen uns über die Begeisterung, wie die Fans abgehen. Es ist schön zu sehen, dass wir das mit unserer Leistung auslösen können.»

Der mit einer Verwarnung belastete Kapitän versicherte den Millionen an den TV-Geräten oder Großleinwänden, dass er selbst trotz der Gefahr einer Achtelfinal-Sperre nicht zurückstecken werde. «Ich will gewinnen und Gruppen-Erster werden, dazu gehören auch Zweikämpfe. Die muss man annehmen», sagte Ballack. Er könne aber mit der Situation umgehen: «Ich bin erfahren genug.»

Der ebenfalls schon verwarnte Christoph Metzelder hatte sich beim ersten Training nach dem Kurzurlaub eine Sehnenzerrung im rechten Knie zugezogen. 18 Stunden danach gab die medizinische Abteilung des DFB nach einer Kernspin-Untersuchung die Entwarnung. «Christoph wird am Montag mit Sicherheit beim Abschlusstraining dabei sein. Es gibt keine Gefahr für das Spiel am Dienstag», erklärte Co-Trainer Löw, der für das dritte Gruppenspiel dennoch einige wenige Umstellungen gegenüber den Siegen über Costa Rica (4:2) und Polen (1:0) andeutete.


Die sportliche Leitung erwägt für einige Akteure, die bisher nicht zum Zuge kamen, eine Spiel-Chance. Denn wenn es später vielleicht im Viertel- oder Halbfinale Verletzungen oder Sperren gäbe, könne es nicht sein, «dass Spieler auf dem Platz stehen, die noch keine einzige Minute gespielt haben», begründete Löw die Überlegungen der Trainer. Zuerst könnte das für Offensivkräfte wie Gerald Asamoah gelten, für den möglicherweise Lukas Podolski weichen muss. Auch auf den Halbpositionen im Mittelfeld ist frisches Blut denkbar.

Dagegen spricht alles dafür, dass Klinsmann an seiner Achse mit Jens Lehmann, der kompletten Viererkette, den beiden zentralen Mittelfeld-Strategen Ballack und Frings sowie Stürmer Miroslav Klose festhalten wird. «Es ist wichtig, dass man sich weiter einspielt», untermauerte Ballack mit Hinweis auf die anfällige Defensive in den vergangenen Monaten. «Das ist unumgänglich, deshalb wird der Trainer nicht so viel verändern», ergänzte der Spielführer. Wechsel im Defensiv-Verbund könnte es womöglich im Spielverlauf geben, hier gilt Robert Huth als ein Kandidat. «Die Spieler, die hinten dran stehen, sind hoch motiviert», meinte Löw, der für einige Positionen einen Tausch «Halbzeit - Halbzeit» als möglich einstufte.

Alle 23 Spieler waren pünktlich aus ihrem Kurzurlaub zurückgekehrt. Einige wie Ballack, Klose, Bastian Schweinsteiger, Oliver Neuville oder Bernd Schneider nutzten die freien Stunden zu einem Abstecher zu ihren Familien. Andere holten ihre Liebsten ins Schlosshotel oder gingen auf die Piste. Klinsmann zog die lange Leine nach dem Treffpunkt wieder an und verordnete seinem Personal am Wochenende gleich drei Übungseinheiten, zwei davon auf dem Platz und eine im Fitnessraum. «Wir möchten den Rhythmus beibehalten», unterstrich der Bundestrainer.

Klinsmann möchte in der K.o.-Runde den Weg durch die größten WM- Stadien fortsetzen. Als Gruppen-Erster würde Deutschland im Achtelfinale nach München zurückkehren, könnte dann über Berlin (Viertelfinale) und das Lieblingsstadion Dortmund (Halbfinale) zum Endspiel in die Hauptstadt zurückkommen. Bei einem Remis oder einer Niederlage gegen Ecuador müssten sich die «Klinsmänner» über Stuttgart (Achtelfinale), Gelsenkirchen (Viertelfinale) und München (Halbfinale) ins Finale kämpfen.

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