FLOTTER DREIER: Zur WM-Partie England gegen Schweden in Köln werden britische, schwedische und deutsche Polizisten gemeinsam auf Streife gehen. Das Drei-Nationalitäten-Team wolle in und am Kölner Hauptbahnhof angesichts der erwarteten besonderen Fan-Andrangs für Sicherheit sorgen. Die Ansprache der schwedischen und englischen Fans werde erleichtert, teilte das Bundespolizeiamt Köln mit. Allein aus England erwarten Polizei und die Stadt Köln zum Spiel gegen Schweden «25 000 Fans plus x.» SCHLAFMÜTZEN: Zwei im Auto übernachtende englische Fußballfans haben in Mainz einen überaus festen Schlaf bewiesen. Die beiden wachten in der Nacht auch nicht auf, als ihr Wagen sich selbstständig machte und gegen ein anderes Auto rollte. Wie die Polizei mitteilte, konnte selbst Klopfen, Rufen und Schaukeln des Fahrzeugs die stark angetrunkenen Engländer erst nach einer ganzen Weile wecken. Laut Polizei hatten die beiden sich hingelegt, ohne die Handbremse zu ziehen oder einen Gang einzulegen. ÜBERRASCHUNGSSIEGER: Die bisher recht seltenen Überraschungen bei der WM kommen noch. Da ist jedenfalls der indische Astrologe Bejan Daruwalla völlig sicher. Vor allem die unmittelbar bevorstehenden Konstellationen zwischen Mars und Saturn machten es unausweichlich, dass das deutsche Turnier mit einer faustdicken Überraschung im Finale abgeschlossen werde, sagte der Sternenexperte der «Times of India». Schon jetzt habe es mit den Pfiffen gegen Brasiliens Superstar Ronaldo, verursacht durch die große Nähe zwischen Mars und Saturn, «außerordentlich starke Effekte durch das Aufeinandertreffen von heiß und kalt gegeben». PELÉ-SOCKEN: In der Berliner S-Bahnstation am Potsdamer Platz können WM-Fans ganz besonders verarbeitete alte Socken bewundern. Die Mutter von Pelé (64) hat sie einst zu einem Ball zusammengebastelt, mit dem Brasiliens Wunderfußballer als Knirps spielen konnte. «Für mich ist das eine sehr anrührende Erinnerung», sagt Pelé zu diesem Prachtstück einer viel besuchten Ausstellung über sein beispielloses Fußballerleben. Die Schau zeigt eine detaillierte Chronologie der Karriere von Edson Arantes do Nascimento mit zahlreichen «Reliquien». Dazu gehören der Ball, mit dem er 1969 das 1000. Tor seiner Karriere schoss, und die Schuhe, in denen er 1970 in Mexiko zum dritten WM- Titel lief. ZIDANE-KUNST: «Frankreichs Fußballstar Zinédine Zidane ist bald in einem der berühmtesten Kunstmuseen der Welt zu bewundern. Wie das Nachrichtenmagazin «Focus» berichtet, ist der Ballkünstler dort bald in einem Filmkunstwerk zu sehen, das das Guggenheim-Museum in New York für 160 000 Euro angekauft hat. Thema des Films «Zidane - a 21st Century Portrait» ist ausschließlich der Fußballer, aus Sicht von 17 Kameras während eines Spiels Real Madrid gegen Villareal im April 2005. Den Streifen haben die Künstler Douglas Gordon und Philippe Parreno während der Kunstmesse Art Basel am vergangenen Donnerstag im Baseler Stadion St. Jakob-Park präsentiert. FAVORITENBÜRDE: Der großartige WM-Auftakt der argentinischen WM-Elf schlägt sich kräftigt bei den Wettquoten wieder. Zwar sind bei den Buchmachern in England weiter die Brasilianer Topfavoriten. Argentinien hat aber die Engländer nach dem 6:0-Kantersieg gegen Serbien-Montenegro überholt. Für einen Einsatz von umgerechnet 10 Euro auf Argentinien gibt es nicht mehr wie bisher 65 sondern nur noch 45 Euro. Dafür hat sich die Gewinnquote für einen Titelgewinn der Engländer von 5:1 auf 6:1 erhöht. BUS-RITUAL: Beim Team der Ukraine ist der Trainer ganz klar der Chef. Das drückt sich auch im Ritual auf jeder Busfahrt aus. So ist Oleg Blochin stets der letzte, der in den Bus steigt, um seine «Schäfchen» zu zählen. Bei Ankunft ist er der Erste, der den Team-Bus verlässt. Der seit drei Jahren als Chefcoach tätige frühere Sowjet-Stürmer hat dieses Ritual von seinem Vorgänger Waleri Lobanowski übernommen, der das Team der Osteuropäer stets mit strenger Hand führte. LEKTÜRE: Wegen der ausgeprägten Unpünktlichkeit argentinischer WM- Offizieller gibt es in Herzogenaurach spanische Zeitungen zu kaufen. So hat sich ein kleiner Kiosk auf die Dauerpräsenz der rund 200 argentinischen Journalisten eingestellt, die aus Deutschland über die Südamerikaner berichten. Hier können sich die Berichterstatter, während sie auf die argentinische Delegation warten, mit Kaffee und der Lektüre spanischer Zeitungen die Zeit vertreiben. «Die waren auf einmal da», wunderte sich die Bäckereiverkäuferin. FALSCHER ALARM: Eine Viertelstunde nach dem Abpfiff der Partie Italien gegen USA in Kaiserslautern löste ein vermeintlicher «Flitzer» unter den Ordnungskräften im Fritz-Walter-Stadion Alarm aus. Als sich die Sicherheitskräfte auf den mit einer kurzen Hose und einem Fanschal bekleideten Mann stürzen wollten, erkannten sie diesen jedoch als den US-Spieler Eddie Lewis. Der Fußballer hatte mit den zahlreichen Fans noch Small-Talk gehalten und war erst verspätet in die Kabine getrabt. AUGENKONTAKT: Vor dem Spiel gegen Iran in Frankfurt hat Portugals Trainer Luis Felipe Scolari nach Wochen der Trennung seine aus Brasilien angereiste Familie wiedergesehen. Der Brasilianer erblickte die Angehörigen von der Trainerbank auf der Tribüne. «Der Anpfiff war für mich daher eine sehr emotionale Angelegenheit. Ich war sehr glücklich, und habe ihnen meine Freude gezeigt», berichtete Scolari. TIMING: Die Spieler genossen die rund 30 Stunden lange Freizeit, einige reizten sie fast bis zur letzten Minute aus. Erst kurz vor 17.00 Uhr trafen Michael Ballack und Bastian Schweinsteiger am Samstag wenige Minuten vor Ultimo im Berliner Mannschaftshotel ein, beide hatten ihre Liebsten in München besucht. Kapitän Ballack ist in dieser Hinsicht ein Timing-Experte. Der Mittelfeldakteur war auch beim Einzug ins Mannschaftshotel vor knapp zwei Wochen einer der letzten Akteure gewesen. DAUERSENDUNG: «Kaiser Franz» ist Stadion-Rekordhalter. Am TV haben Millionen von Zuschauer nahezu keine Partie verpasst - auch einige Nationalspieler nicht. «Ich habe fast alle Spiele gesehen», sagte Kapitän Michael Ballack. «Wir sind selbst Fußball-Fans, als Kinder waren wir das schon und sind es heute genauso.» Am Dienstag reißt jedoch die Serie des Kapitäns: Während er Deutschland gegen Ecuador anführt, läuft zeitgleich die Partie zwischen Polen und Costa Rica. RUMMEL: Lukas Podolski wagte sich mit Freundin Monika in die Berliner Innenstadt und sorgte für mächtig Rummel. Fans stellten den Angreifer und baten ihn in Scharen Autogramme zu schreiben. VORBEREITET: Egal ob England, Argentinien oder wer auch immer - Michael Ballack & Co. ist vor keinem der kommenden Gegner Bange. Angst müsse man vor niemandem haben, sagte der Kapitän, und Mitspieler Torsten Frings ist sicher, dass man keinerlei Überraschungen erleben wird: Zu detailliert wird das Team vorbereitet. «Wir werden auf jeden Fall auf nichts treffen, was wir noch nicht wissen», sagte Frings.
 |