Behinderte loben Hilfen in WM-Stadien
Dortmund (dpa) - 17.06.2006, 14:57 Uhr
EIn Rollstuhlfahrer begutachtet das Gottlieb-Daimler-Stadion in Stuttgart.
Der Verband «Netzwerk Artikel 3» hat die Hilfen für Behinderte in den zwölf WM-Stadien gelobt und eine entsprechende Ausweitung auf alle Sportstätten gefordert. Durch den Wegfall von Barrieren und die Hilfen könnten Behinderte Fußball hautnah in den Stadien miterleben, sagte der fast blinde Sprecher Ottmar Miles-Paul in Dortmund. So gibt es in den zwölf Stadien insgesamt 1380 Plätze für Menschen im Rollstuhl. Ebenso viele Sitzplätze sind auch für deren Begleitpersonen vorgesehen. Insgesamt 4500 Tickets für die 64 Spiele habe der Fußball- Weltverband FIFA dieser Behinderten-Gruppe und Begleitpersonen angeboten. Für blinde Fußballfans und ihre Begleiter gebe es je Spiel 20 Karten. Für Rollstuhlnutzer und Blinde entsprechen die Preise denen der preiswertesten sonst erhältlichen Tickets. Der Zugang zu den Rollstuhlplätzen führt meist über Rampen oder Aufzüge. Für blinde oder sehbehinderte Fußballfans sind die Plätze mit einem Kopfhörer ausgestattet. Zwei speziell geschulte Kommentatoren berichten ehrenamtlich abwechselnd live vom Spielgeschehen auf dem Rasen. Vorhanden seien auch ausreichend barrierefreie Toiletten.
«Nach dem großen Andrang hoffen wir, dass bald alle Stadien mit mehr Plätzen für Sportfans mit unterschiedlichen Behinderungen ausgestattet werden, damit in absehbarer Zeit auch in dieser Hinsicht eine Gleichstellung erreicht wird», betonte der Sprecher. Im Netzwerk Artikel 3 ringen 70 bundesweite Selbsthilfeorganisationen um die Verwirklichung des Satzes in Artikel 3 Grundgesetz: «Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. »
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