VERBITTERT: Die Verbandsleitung des WM-Teams von Trinidad und Tobago sieht keinen Sinn in offiziellen Klagen gegen das nach klarem Foulspiel erzielte 1:0-Tor des Engländers Peter Crouch. Jack Warner, Verbandspräsident der CONCACAF sowie Vize-Präsident der FIFA, meinte in der heimischen Zeitung «The Trinidad Guardian», ein solcher Schritt sei sinnlos. Über die Hintergründe des klaren, aber vom japanischen Schiedsrichter Toru Kamaikaba nicht geahndeten Fouls von Crouch vor seinem Tor meinte Warner hörbar verbittert: «Er war wohl überwältigt vom Marktwert der Engländer mit über einer Milliarde Pfund gegenüber den 20 Millionen von unserer Elf.» SCHINKEN: Kalt erwischt wurde der spanische Mittelfeldspieler Xavi nicht auf dem Platz, sondern nach dem Abpfiff. Zum Dank für seine starke Leistung beim 4:0 über die Ukraine im ersten WM-Spiel seiner Mannschaft überreichte ihm ein spanischer Journalist während der Pressekonferenz im WM-Quartier Kamen einen großen heimischen Edelschinken. Xavi war total überrascht. Der Aufforderung aus der Journalisten-Schar, den «Pata Negra» anzuschneiden, kam der Jungstar vom Champions-League-Sieger FC Barcelona zum Leidwesen aller Anwesenden aber nicht nach. DER NORDEN RUFT: Angolas WM-Kapitän Akwa könnte schon bald im kalten Norden kicken. Der schwedische Erstliga-Aufsteiger Östers IF teilte mit, man stehe in «sehr engem Kontakt» zu dem 29- jährigen Angriffsspieler aus dem südwestafrikanischen Land. Akwa, mit Geburtsnamen Fabrice Allcebiade Maieco, hatte in den neunziger Jahren relativ erfolglos bei portugiesischen Clubs gespielt und ist nach einer weiteren Station in Katar derzeit ohne Verein. «Bei uns kann er sich anderen europäischen Clubs präsentieren», erklärte der Clubsprecher von Östers und bezeichnete eine Einigung als «ziemlich wahrscheinlich». Bei der WM hat Akwa - so wie seine Mannschaftskollegen - noch kein Tor geschossen. PAPPKAMERADEN: Als die Spieler das Mannschaftshotel verließen, blieben Bundestrainer Jürgen Klinsmann ein paar Pappkameraden. Die lebensgroßen Figuren der deutschen WM-Spieler, die bereits bei der WM-Nominierung aufgebaut waren, wurden in der Nobel-Herberge von den Kickern signiert und sollen nun für einen guten Zweck versteigert werden. FREIZEIT: Unterschiedlich waren die Freizeit-Planungen der 23 deutschen WM-Kicker. Die Münchner Michael Ballack und Bastian Schweinsteiger machten einen Kurz-Abstecher nach Hause, Mitspieler Philipp Lahm blieb im Mannschaftshotel, wo er einen Stammplatz an der Tischtennisplatte zu verteidigen hat. Miroslav Klose freute sich auf Frau Sylwia und seine Zwillinge, andere wollten die Hauptstadt auskundschaften. Nur die Fanmeile wollten sie meiden. «Ich kenne keinen, der es ausprobiert hat und ich werde auch nicht der erste sein, der es macht», meinte Thomas Hitzlsperger und hat Respekt vor zu großem Trubel. «Man kann für nichts garantieren.» AUSPOWERN: 15 Spieler hat Jürgen Klinsmann bislang eingesetzt, acht mussten sich bislang als WM-Touristen zufrieden geben. «Ich muss mich nicht abreagieren», sagte Reservist Thomas Hitzlsperger. «Wir haben genug Trainingseinheiten, wo ich mich zeigen kann. Ich bin nicht gefrustet.» STROMAUSFALL: Fußballfans in Bagladesch haben aus Wut über ständige Stromausfälle während zwei aufeinander folgenden WM-Übertragungen das Büro der Elektrizitätsgesellschaft angegriffen. Wie die Polizei von Gopalganj im Südwesten des Landes mitteilte, wurden zwei Angestellte durch Steinwürfe aus der Menge verletzt. Zuvor war während der Spiele Argentinien gegen Serbien-Montenegro (6:0) sowie Niederlande gegen Elfenbeinküste (2:1) jeweils die Stromversorgung ausgefallen. Gewalttätige Auseinandersetzungen wegen der instabilen Versorgung mit Elektrizität gehören in dem armen südasiatischen Land auch ohne Fußball-WM zum Alltag. STROMSCHLAG: Mindestens sechs indische Fußballfans sind durch Blitzeinschlag während der TV-Übertragung eines WM-Spieles aus Deutschland ums Leben gekommen. Wie die Nachrichtenagentur PTI meldete, sahen sich die jungen Männer zwischen 18 und 22 Jahren in der Nacht im westlichen Bengalen gemeinsam ein Spiel an, als der Blitz einschlug. Seit Ende Mai sind im Süden, Westen und Osten Indiens durch Überschwemmungen und Blitzeinschläge während der Monsunzeit 182 Menschen ums Leben gekommen. AUF NACH BERLIN!: Auf dem Weg zum WM-Stadion in Berlin hat sich ein französischer Fußballfan in der Pfalz verirrt. Völlig ratlos war der Franzose auf der Dienststelle der Autobahnpolizei bei Kaiserslautern erschienen und hatte nach dem Weg nach Berlin gefragt, wie die Polizei mitteilte. Er sei mit seinem Wagen über Karlsruhe gekommen, aber er suche eigentlich die Bundeshauptstadt, erklärte er den Beamten. Nur wisse er nicht, wie er dorthin kommen solle. Dem WM- Tourist konnte geholfen werden: Mit dem Ausdruck eines Routenplaners und Erklärungen im Gepäck machte sich der Fußballfan kurze Zeit später wieder auf den Weg. DONNERWETTER: Das Unwetter mit heftigem Gewitter und Hagelschauern in weiten Teilen Deutschlands hat die Verfasser von amtlichen Unwetterbilanzen auch sprachlich stark gefordert. So wurden die auf allerlei Fan-Meilen niedergehenden Hagelkörner in einem Polizeibericht als «fast faustdick» eingestuft. In Mecklenburg- Vorpommern waren die Hagelkörner «so groß wie Tennisbälle». Und in Leipzig wurden sechs Menschen von «Hühnerei großen» Hagelkörnern verletzt. Der Sprecherin des örtlichen Organisationskomitees, Miriam Herzberg, verschlug es hingegen fast die Sprache als sie ihr demoliertes Auto sah. «Die Rücklichter sind zerschlagen, der hintere Scheibenwischer abgebrochen und die Windschutzscheibe muss auch gewechselt werden. Das muss ich jetzt schnell machen lassen, denn wenn mich die Polizei so erwischt, werde ich gleich bestraft.»
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