Sein Ziel bei «unserem ersten Spiel in der Hauptstadt» (das zweite wäre frühestens im Viertelfinale möglich) ist der dritte Sieg im dritten Spiel. Denn Klinsmann liegt der erste Platz «am Herzen». Dass Deutschland gewinnen muss, um die ebenfalls mit zwei Siegen gestarteten Südamerikaner auf Platz zwei zu verweisen, sieht Ballack nicht als Nachteil an: «Das ist eine gute Konstellation. Dadurch wird die Spannung hoch gehalten.» Klinsmann kündigte bereits vier Tage vor dem Vorrunden-Finale an, dass er keine großen Umstellungen plane. «Wir werden das Spiel sehr ernst angehen.» Auch sein Kapitän, der ebenso wie Abwehrspieler Christoph Metzelder und Angriffsblitz David Odonkor beim 1:0 gegen Polen die Gelbe Karte erhalten hatte und bei einer weiteren Verwarnung im Achtelfinale gesperrt zuschauen müsste, soll nicht geschont werden. «Ballack wird spielen», legte sich Klinsmann schon fest. Denn der eingeleitete Weg solle fortgesetzt werden und sich die Formation noch besser einspielen. Dabei schrieb Klinsmann seinem Kapitän nach den Misstönen beim WM- Start sogar den Löwenanteil an der besseren Balance zwischen Defensive und Offensive und damit letztendlich am Erfolg gegen Polen zu. «Wir hatten ein Chancenverhältnis von 14:0. Wir standen im Zentrum viel dichter», lobte der Bundestrainer seinen wichtigsten Mann in der Doppelfunktion als Spielmacher und zugleich zweitem Abräumer neben Torsten Frings im Mittelfeld. «Wenn Michael Ballack die Fäden in der Hand hat, ist viel Arbeit schon getan», erklärte Klinsmann. Die Diskussionen um eine mögliche Vertragsverlängerung könnten schon bald neu einsetzen - nach einer WM-Woche aber halten sie die Verantwortlichen für verfrüht. «Das ist im Augenblick überhaupt kein Thema», sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger: «Das ist auch wesentlich die Entscheidung von Jürgen Klinsmann.» Der Bundestrainer weiß, dass trotz der aktuellen Euphorie um sein junges Team und den furiosen Hurra-Fußball am Ende nur Erfolge zählen. «Eine Philosophie braucht Glaubwürdigkeit, die kriegt man nur über Ergebnisse beim Turnier. Es ist ein Tagesgeschäft, und eine WM wird immer definiert vom nächsten Spiel.»
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