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WM-OK stellt Eingangskontrolle nicht in Frage

Berlin (dpa) - 16.06.2006, 12:14 Uhr

Die meisten Tickets bleiben in der Hand der regulären Käufer.
Die meisten Tickets bleiben in der Hand der regulären Käufer.

Der Ticket-Schwarzmarkt zur Fußball-WM stellt nach Einschätzung der Organisatoren das Sicherheitssystem in den Stadien nicht in Frage. Das große Geld ist auf dem Schwarzmarkt offensichtlich nicht zu machen, ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Tickets, die im Vorverkauf je nach Kategorie zwischen 45 und 100 Euro kosteten, werden zwar mit einem immensen Aufschlag angeboten. Je näher der Anpfiff rückt, desto stärker fallen aber auch die Preise.

Eigentlich wollte die FIFA den Handel mit den Tickets ganz unterbinden. In einem aufwendigen Verfahren wurden die Karten personalisiert. Der Geschäftsführer des WM-Organisationskomitees in Hannover, Karl Rothmund, sagte: «Wir können natürlich nicht 44 000 Karten kontrollieren.» Am Stadioneingang werden nur Stichproben gemacht, und dies hat sich bei den Händlern herumgesprochen. Strafbar ist der Verkauf von Karten ohnehin nicht.

Leuchtet am Einlass ein grünes Licht auf, darf der Besucher ins Stadion. Bei rot wird der Personalausweis verlangt. Für jedes der zwölf WM-Stadien gebe es eine vorgeschriebene Anzahl von Stichproben. Allerdings sei das in der Tat nur ein Bruchteil, schilderte Rothmund.

Bis zu 1000 Pfund (1456 Euro) forderten Händler für Eintrittskarten zur Partie England-Paraguay in Frankfurt. Englische Schlachtenbummler schüttelten verständnislos die Köpfe. «Bis zu 650 Euro würde ich zahlen, aber das ist Wahnsinn», empörte sich Kevin aus Manchester. James hatte mehr Glück und traf auf einen weniger geldgierigen Fan. «Ich habe für 100 Euro eine Karte bekommen und kann es gar nicht fassen», rief der Anhänger aus Manchester. Mit wenigen Ausnahmen lag die Mindestforderung dort bei 400 Euro.


Aus Sicht der Organisatoren in Gelsenkirchen und Dortmund hat sich das Ticket-System bewährt. Peter Peters, Geschäftsführer von Schalke 04 und WM-Beauftragter in Gelsenkirchen, sagte über den Einlass beim Spiel Polen-Ecuador: «Es ist reibungslos und völlig ohne Probleme gelaufen. Die Besitzer aller verkauften Tickets waren da.»

In Nürnberg hat das WM-Organisationskomitee bislang keine Hinweise auf einen blühenden Schwarzmarkt ausgemacht. Derzeit gebe es keinen Anlass, die Identitätskontrollen zu verschärfen. «Das heißt aber nicht, dass wir die Tickets bei dem oder anderen Spiel stärker überprüfen», sagte OK-Sprecher Martin Haltermann. In München gibt es laut OK-Sprecher Jens Grittner zwar einen Ticket-Schwarzmarkt, er halte sich aber in überschaubaren Grenzen: «98 Prozent all jener, die Karten haben, nutzen diese auch selbst.»

In Leipzig fanden sich vor dem Spiel Serbien-Montenegro gegen die Niederlande insbesondere Händler vom Balkan ein. Vier Stunden vor dem Spiel sollten die Karten bis 900 Euro kosten, zwei Stunden davor lag die Forderung bei 250 Euro. Wim aus Utrecht sagte: «Leipzig ist für mich nicht ganz so wichtig. Maximal 300 Euro würde ich ausgeben. Etwas Geld muss ich mir aufheben, denn ich will unbedingt das Argentinien-Spiel sehen. Das wird dann sicher teurer.»

Allerdings gibt es auch WM-Touristen, die bereit sind, tief in den Tasche zu greifen - so gesehen in Hannover vor dem Spiel Italien- Ghana. Dort stand ein Fan im Schweden-Outfit mit einem Plakat: «Suche 2 Tickets für Schweden-England (zahle 2000 Euro) und Schweden- Paraguay (zahle 1000 Euro)».

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