Schließlich sind Deutschland-Fans im Fußball-verrückten Italien chronisch in der Minderzahl: Touristen-Hochburgen für die Teutonen gibt es nicht, auch Rimini ist längst nicht mehr fest in deutscher Hand. «Es scheinen diesmal etwas weniger Deutsche zu kommen», heißt es im Grand Hotel in Rimini - angeblich hätten einige ihren Besuch diesmal wegen der WM verschoben. BAYERN: In Bayern hat die WM vor allem den Wirten einen Boom beschert, die ihren Gästen Live-Übertragungen der Fußballspiele bieten. «Die erleben jetzt eine Oktoberfest-Zeit», sagte der Präsident des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes, Ludwig Hagn. Bei Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen seien die Biergärten mit Leinwänden in ganz Bayern teils gesteckt voll. Auch Gaststätten rund um Fan-Meilen und zentrale Plätze in München wie am Olympiapark, in der Leopoldstraße oder am Marienplatz erleben einen Ansturm. «Wenn man da einen gastronomischen Betrieb hat, ist das ein großes Plus», sagte Hagn. Dagegen seien die Hotels an den Spielorten München und Nürnberg wie erwartet nicht ausgebucht. «Sie haben ein ganz normales Juni-Geschäft», sagte Hagn. RÜGEN: In Sellin auf Deutschlands größter Insel Rügen drängten sich zum Deutschland-Spiel zahllose junge Menschen im Festzelt, das die Gemeinde des Ostseebades mit Großleinwand aufgebaut hatte. Textsicher und beherzt johlten die als zurückhaltend bekannten Rüganer die Nationalhymne mit. Für die Sonne, die sich wie ein violetter Ball hinter den Wolken verkroch, hatte niemand Augen. Als in der Nachspielzeit das ersehnte Siegtor fiel, lagen die Rüganer sich in den Armen und feierten das deutsche Team. SCHLESWIG-HOLSTEIN: Am Timmendorfer Strand bejubelten Hunderte von Fans den deutschen Sieg in einem rustikalen Zelt, das nach dem früheren HSV-Fußballer «Mannie-Kaltz-Arena» benannt wurde. Auch der Namensgeber fieberte zusammen mit den Urlaubsgästen. «Unsere Mannschaft kann doch viel mehr», meinte der 53-jährige Erfinder der «Bananenflanke». Die Sommerfrischler konnten derweil unter anderem einen «Bananenflanken-Shake» genießen. Weniger zufrieden zeigte sich der Hotel- und Gaststättenverband Schleswig-Holstein. «Die WM findet für die Gastronomie bisher kaum statt», sagt der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Stefan Scholtis. Die großen Hoffnungen, die mit der WM verbunden gewesen seien, hätten sich nicht erfüllt. «Die Buchungslage in den Ferienregionen ist aber nicht schlecht.»
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