Ansturm auf Fan-Feste im ganzen Land
Berlin (dpa) - 14.06.2006, 23:00 Uhr
In Berlin strömen die Fans auf die Straße des 17. Juni.
Das WM-Spiel Deutschland - Polen (1:0) in Dortmund hat im ganzen Land einen bisher beispiellosen Ansturm auf die Fan-Feste ausgelöst. In Berlin versammelten sich auf der Straße des 17. Juni zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor mehr als 500 000 Fußball-Fans. Seit Beginn der Weltmeisterschaft hat diese größte Dauerparty schon rund zwei Millionen Menschen angezogen. Riesenjubel brach auf allen Fan-Festen dann in der Nachspielzeit durch das Siegtor von Oliver Neuville aus. Wie in der Hauptstadt mussten auch in Leipzig, Frankfurt und am Spielort Dortmund wegen Überfüllung mehrere Eingänge aus Sicherheitsgründen geschlossen werden. Rekord meldete auch Hamburg mit mehr als 60 000 Fans; rund 10 000 Fans mussten beim Fan-Fest am Millerntor auf St. Pauli draußen bleiben, weil die Polizei auch hier die Zugangstore vorbeugend vor Spielbeginn schloss. Zu ähnlichen Maßnahmen kam es in Kaiserslautern und Mainz. Die WM-Meilen seien «voll gelaufen», teilte die Polizei mit. Zugangsstraßen mussten gesperrt werden.
Trotz des Massenandrangs war die Sicherheitslage nach übereinstimmenden Polizeiberichten sehr friedlich und fröhlich. Allerdings kam es in Dortmund zu ersten Ausschreitungen von Hooligans. Die Polizei hatte die Lage aber nach eigenen Angaben kurz vor 21.00 Uhr rasch unter Kontrolle. Die Einsatzkräfte hatten etwa 120 als gewalttätig bekannte deutsche Hooligans eingekesselt. Bei Flaschenwürfen und Fluchtversuchen kam es zu einigen Verletzungen. Insgesamt wurden 300 Menschen festgesetzt. Ansonsten Feierstimmung allerorten: In Leipzig war das Fan-Fest schon eine Stunde vor Spielbeginn mit etwa 15 000 Zuschauern restlos überfüllt. In Frankfurt/Main musste der weitere Zugang zur Haupttribüne der Main-Arena vorsorglich wegen Überfüllung gesperrt werden. Im Berliner Tiergarten wurden von der Polizei neun von zwölf Eingängen zeitweise geschlossen. Weitere Besucher wurden erst wieder eingelassen, nachdem sich auf dem Festgelände die Besucher verteilt hatten und für Nachrücker Platz frei wurde. |