Klose und Podolski mit Pech - Neuville half aus
Dortmund (dpa) - 14.06.2006, 23:10 Uhr
Oliver Neuville schreit nach seinem Treffer seine Freude heraus.
Dortmund (dpa) - Chancen hatten Lukas Podolski und Miroslav Klose in Serie, doch der Held des Abends hieß Oliver Neuville. In seinem 57. Länderspiel machte der Mönchengladbacher Stürmer in der Nachspielzeit den zweiten WM-Sieg beim Heimturnier perfekt. Dagegen hatten die beiden in Polen geborenen deutschen Nationalstürmer sich gemüht, aber der Ball wollte trotz vieler Gelegenheiten nicht ins Tor. Erst der für Podolski eingewechselte Neuville brach in der Nachspielzeit den Bann. 22 der insgesamt 72 Tore in der Amtszeit von Jürgen Klinsmann hat das «Polen»-Duo Podolski (12) und Klose (10) für Deutschland erzielt - gegen ihr Geburtsland gingen sie leer aus. Auch die Jagd Kloses auf seinen achten Treffer in der deutschen WM-Torschützen-Liste und den vor ihm rangierten Rudi Völler wurde vorerst gestoppt. Neuville, den Klinsmann für viele überraschend in sein Aufgebot berufen hatte, zeigte seine Qualitäten mit seinem zweiten WM-Tor. «Wir wissen, welche Stärken Oliver mitbringt», hatte der Bundestrainer bei der Nominierung erklärt. Auch David Odonkor, der den Siegtreffer vorbereitet hatte, rechtfertigte eindrucksvoll seine Berufung.
Klose kam gleich von Beginn an gut ins Spiel, war der bessere deutsche Angreifer und einer der auffälligsten Akteure. In der zehnten Minute fand der Bremer in Torhüter Artur Boruc seinen Meister, in der 21. Minute köpfte «Air Klose» die vor der Pause größte deutsche Chance knapp am Tor vorbei. Sein sieben Jahre jüngerer Sturmkollege benötigte viel länger, um sich in Szene zu setzen. Oft lief er falsch, erst nach einer halben Stunde explodierte er ein paar Mal, aber zu selten. Bei zwei Möglichkeiten (36./45.+1) kam der in der 70. Minute ausgewechselte Podolski nicht an Boruc vorbei. Dass es für den Sturm «Polen 1» keine alltägliche Begegnung war, hatte sich schon vor dem Warmmachen angekündigt. Sowohl Klose als auch Podolski plauschten mit den gegnerischen Spielern - und das in in der gemeinsamen Muttersprache. Lange stand der Bremer rund 90 Minuten vor dem Anpfiff mit Kamil Kosowski und Jacek Krzynowek am Mittelkreis zusammen, Partner Podolski war gleich mit polnischem Geleit als einer der ersten deutschen Nationalspieler auf den Dortmunder Rasen marschiert. Um 20:39 Uhr machten sich die beiden Seite an Seite auf in die Kabine, die polnischen Verteidiger bereiteten sich derweil weiter auf die später sehr intensiv geführten Duelle mit Klose und Podolski vor. |