Abramowitsch-Yacht als Sehenswürdigkeit
Lübeck (dpa) - 13.06.2006, 13:15 Uhr
Die Abramowitsch-Yacht «Pelorus» liegt in Lübeck.
Lübeck ist um eine Sehenswürdigkeit reicher. Neben Holstentor und Marzipan gehört derzeit die Luxus-Yacht des russischen Milliardärs Roman Abramowitsch zum Pflichtprogramm vieler Besucher. Am Wochenende standen die Schaulustigen dicht an dicht an der Untertrave, um einen Blick auf die «Pelorus» zu werfen, die seit knapp zwei Wochen vor den Media Docks ankert. Der riesige Fußballfan Abramowitsch hat Lübeck als Standquartier während der WM gewählt. Sein Schiff ist mit 115 Metern länger als ein Fußballplatz. «Das ist ja fast wie bei James Bond», sagt ein Hafenarbeiter und deutet auf den silbernen Hubschrauber auf dem Vorderdeck. Ein Mann in dunkler Hose und kurzärmeligem weißem Hemd verstaut Gepäck im Helikopter. «Jetzt hebt Abramowitsch wohl gleich wieder ab», kommentiert der Arbeiter.
Per Hubschrauber und privater Boeing 767 jettet Abramowitsch zu den WM-Spielen. Beim Flughafen Lübeck-Blankensee gibt man sich allerdings zugeknöpft. Marketing-Managerin Nicole Lacinik bestätigt nur, dass Abramowitsch am Tag des Eröffnungsspiels Deutschland gegen Costa Rica in Lübeck gelandet sei. Zu weiteren Flugbewegungen sagt sie nichts. Es heißt aber, dass der Besitzer des englischen Erstliga-Clubs FC Chelsea - einer der reichsten Männer der Welt - für jedes WM-Spiel Eintrittskarten haben soll. Während Roman Abramowitsch Fußball guckt, bewundern Einheimische und Touristen die Yacht und suchen nach Möglichkeiten, ganz nah heranzukommen. «Viele Leute fragen, ob wir bei unseren Trave-Fahrten auch zur Abramowitsch-Yacht fahren», sagt Angela Wolter von der Personenschifffahrt Quandt. Sie kann die Gäste beruhigen: Die «Pelorus» liegt auf der normalen Route der Ausflugsschiffe. Auch im «Strandsalon», einem Strandclub gleich neben der «Pelorus», sind die Yacht und ihr Eigner Thema der Gäste. Doch der Wirt Andreas Donskoj schüttelt den Kopf: «Nein, Abramowitsch habe ich auch noch nicht zu Gesicht bekommen. Aber neulich waren immerhin sein Kapitän und die Crew bei uns.»
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