Berlin (dpa) - 12.06.2006, 14:39 Uhr
Der Einzelhandel hofft auf steigende Kauflaune während der Fußball-Weltmeisterschaft. Die Bilanz des ersten Wochenendes mit verlängerten Öffnungszeiten bei Kaufhäusern und Läden fiel indes gemischt aus.
Der Einzelhandel am WM-Spielort Nürnberg zeigte sich unzufrieden. «Wirtschaftlich hat es sich nicht gerechnet», sagte Geschäftsführer Uwe H. Werner vom mittelfränkischen Einzelhandelsverband. Die Stadt sei zwar voll mit Menschen gewesen, aber nur wenige hätten wirklich etwas gekauft.
Andere Erfahrungen machten Hamburger Händler. «Insgesamt ist es ganz gut gelaufen», sagte der Sprecher des Einzelhandelverbands, Ulf Kalkmann. Die Umsätze seien zufrieden stellend gewesen. «Aber es hätte auch noch besser sein können.» Vor allem das heiße Wetter habe die Kauflust gedrückt. Die längeren Öffnungszeiten seien wohl noch nicht bekannt genug.
In mehreren Bundesländern sind die Ladenöffnungszeiten für die vier Turnierwochen bis in den späten Abend verlängert worden. Kunden in fünf der zwölf Spielorte - München, Nürnberg, Frankfurt/Main, Hamburg und Köln - können werktags rund um die Uhr einkaufen, wenn Geschäfte die Möglichkeit nutzen.
Auch der Umsatz der Geschäfte in Frankfurt/Main, Berlin oder Leipzig wurde zunächst kaum beflügelt. In Stuttgart waren am verkaufsoffenen Sonntag Passagen und Warenhäuser richtig voll. In Hannover war der Verkauf «zufrieden stellend». In Leipzig blieb der große Umsatz trotz vieler Besucher aus. Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) setzt darauf, dass sich das Angebot noch stärker herumspricht.