Patriot Metzelder gibt den Ton an
Berlin (dpa) - 12.06.2006, 13:26 Uhr
Christoph Metzelder beschwört Teamgeist und Patriotismus.
Jürgen Klinsmann hat als Bundestrainer in Sachen Fußball die Staatsgewalt - und Christoph Metzelder ist bei der WM so etwas wie sein Regierungssprecher. Wie kein anderer im deutschen Kader vertritt der Innenverteidiger die Philosophie des deutschen «Fußball-Kanzlers» gegenüber der Öffentlichkeit. «Wir pflegen einen Stil, den man von einer deutschen Nationalmannschaft nicht kennt: nämlich einen begeisternden Offensivfußball. Das ist ein guter Schritt nach vorne für die Zuschauer und Experten», verkündete der Fußball-Intellektuelle den Hurra-Stil seines Trainers fast besser als dieser selbst. Es war keine Überraschung, dass ausgerechnet Metzelder den Ober-Patrioten im schwarz-rot-goldenen DFB-Team gab. Demonstrativ forderte er das Dortmunder Publikum auf, den Schulterschluss der Mannschaft beim Abspielen der Nationalhymne nachzuahmen, gemäß der Kampagne: Wir sind Deutschland! «Ich hoffe, dass die Zuschauer dem folgen. Das war eine tolle Aktion, um zu zeigen: Wir wollen ein großes Turnier spielen und spielen für Deutschland», erläuterte der Klinsmann-Sprecher die neue Demonstration des Teamgeistes beim Eröffnungsspiel gegen Costa Rica.
Bei Borussia Dortmund war der Abwehrspieler zuletzt nur noch Ersatzspieler, bei Klinsmann kehrt er gegen Polen als Stammkraft und Führungsspieler in sein Heimstadion zurück. Längst ist klar warum: Metzelder ist ein verlängerter Arm des Bundestrainers, sowohl als Sprachrohr in der Öffentlichkeit, als auch auf dem Platz als Chef der Wackel-Abwehr. Ähnlich wie Klinsmann immer wieder den Teamgeist beschwört, will sich aber auch Metzelder nicht als einzigen Kommando-Geber in der Defensive sehen. «Das funktioniert nur, wenn alle vier Abwehrspieler und der Torwart und die defensiven Mittelfeldspieler unentwegt kommunizieren», betonte der 25-Jährige. |