Für die sportliche Leitung mussten Friedrich sowie seine Ketten-Kollegen Per Mertesacker und Christoph Metzelder auch das mit ausbaden, was schon die Stürmer und vor allem die Mittelfeldspieler verzapft hatten: Sie verhinderten die langen Pässe der Kontrahenten nur ungenügend. «Wir müssen da einen Filter einbauen», forderte Klinsmann eine Verengung der Räume. Hoffnung auf persönliche Besserung schöpft Friedrich, der mit Mertesacker, Metzelder und Philipp Lahm im Montagstraining von Klinsmann-Assistent Löw eine weitere intensive Viererketten-Schulung erhielt, vor allem aus der Vergangenheit. «Ich kann besser spielen», bemerkte der gebürtige Westfale mit Hinweis auf den Confederations Cup. Vor einem Jahr hatte er zunächst auch in der Kritik gestanden und seinen Platz zeitweise an Patrick Owomoyela verloren, steigerte sich aber deutlich und gehörte beim WM-Probeturnier zu den Besten. Die theoretischen Forderung von Klinsmann und Löw sind klar: Die Kette soll bei Ballbesitz weit aufrücken. «Nur müssen wir dann sehen, wenn Gefahr droht, dass wir auch zurückweichen und nicht einfach nach vorne gehen», erklärte Cheftaktiker Löw. Auf Abseits wolle man eigentlich gar nicht spielen, das habe man auch gar nicht trainiert. Friedrich weiß, dass er wieder mehr auf seinen Biss und seine Schnelligkeit setzen muss, um sein Monopol zu verteidigen. Am Montag verdeutlichte er dies im Trainingsspielchen Fünf gegen Fünf: Selten sah man den Berliner so engagiert und kämpferisch.
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